Restart Retail: Herausforderungen und Chancen der Krise | Foto: Tempura

Renaissance für die Retailbranche

Intro

Dass Einzelhändler schnell, agil und flexibel reagieren können, wurde im Rahmen der Corona-Krise eindrucksvoll demonstriert. Händler passten ihre Verkaufsräume kurzfristig an neue baulich-funktionale Anforderungen an und machten so das Einkaufen für Kunden wieder möglich. Viele Händler überzeugten zudem mit kreativen Lösungen und angepassten Geschäftsmodellen und -prozessen. Um die Zukunft des Einzelhandels sicherzustellen, gilt es das Maß an Flexibilität beizubehalten und für den strukturellen Wandel der Branche zu nutzen.

 

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Ob kurzfristige Einführung von räumlich begrenzten Verkaufsflächen, die Etablierung von Wegeleitsystemen oder die Einführung von Zutrittskontrollen zur Einhaltung der Abstandsregeln – stationäre Einzelhändler müssen derzeit besondere Maßnahmen umsetzen, um die Geschäftsfähigkeit ihrer Läden aufrecht zu erhalten. Einige Händler werden kreativ und agieren mit für sie gänzlich neuen Betriebskonzepten und Leistungsangeboten.  So konnten Kunden von ehemals stationären Händlern Waren beispielsweise über Social Media Plattformen ordern und am Laden abholen. Andere Händler verlagerten ihr Warenangebot kurzfristig komplett in den Online-Bereich.

Renaissance für Retailobjekte

Durch Corona wurde letztlich offensichtlich, was sich schon vor der Krise abzeichnete: Ein hochdynamisches Marktumfeld, volatile Rahmenbedingungen und immer kürzere Ereigniszyklen fordern von Investoren, Bauherren, Entwicklern und Betreibern ausgefeilte Lösungen für ihre Immobilien. Um resilienter zu werden, müssen Einkaufszentren die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen und das Potenzial ihres Standorts genau analysieren und verstehen. Erst dann können sie die Kunden mit kreativen Lösungen ansprechen. Doch wie verwandelt man ein in die Jahre gekommenes Asset in eine moderne, zukunftssichere Shopping-Destination? Antworten gibt der Dreiklang aus Refurbishment, Revitalization und Repositioning. Im Kern geht es dabei um nichts weniger, als kränkelnde Assets zukunftsfähig zu machen. Am Anfang steht eine dezidierte Markt- und Standortanalyse. Dabei werden verschiedene Faktoren untersucht, die ein Problem für das jeweilige Objekt darstellen oder werden könnten – etwa soziodemografische Veränderungen oder die Entwicklung von Ballungszentren. Daraus lassen sich unter Einbeziehung der Cash Flow-Analyse individuelle Konzepte ableiten, die einen renditestarken Betrieb auch in Zukunft sicherstellen. Gerade bei Shopping Centern, die bereits vor der Krise keinen klaren USP hatten, muss ein klares Profil geschaffen und eine stringente Marke aufgebaut werden – von der Auswahl der Mieter über das Design bis hin zu Angeboten aus dem Entertainment-Bereich.

Zitat mit Autobahn-Logo

"Am Anfang eines Wandels steht nicht selten eine Krise."

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Verkaufsflächen müssen flexibel nutzbar sein

Vor allem Retailer, die bereits vor Corona zu kämpfen hatten, müssen sich mit einem durchdachten Asset-Management strategisch neu positionieren. Um die Resilienz und damit auch den Wert einer Handelsimmobilie über verschiedene Nutzungs- und Renovierungszyklen zu erhalten, ist Flexibilität ein wesentlicher Faktor. Kunden schätzen die soziale Interaktion, das Anfassen und Ausprobieren der Ware und die sofortige Verfügbarkeit im stationären Einzelhandel nach wie vor. Zusätzlich macht ein Blick auf die beliebten Omnichannel-Services deutlich, wie wichtig ein Geschäft vor Ort ist. Durch die Nutzung von Click & Reserve, Click & Collect und anderen Services benötigen Kunden weiterhin die Möglichkeit, online bestellte Ware im Laden vor Ort zurückzugeben oder umtauschen zu können. Wollen Händler in Zeiten der Pop-up-Stores und Online-Offline-Beziehungen konkurrenzfähig bleiben, müssen Verkaufsflächen und Einzelhandelsimmobilien so konzipiert werden, dass sie flexibel genutzt und umgestaltet werden können. Kunden kann auf diese Weise mehr Raum für Events- und Marken-Interaktion eingeräumt werden. Nur so können Einzelhändler dem Wunsch der Kunden nach einem emotionalen, vielfältigen und von Wohlfühlatmosphäre geprägten Einkaufserlebnis mit Destinationscharakter in Zukunft nachkommen. Die reine Bedarfsdeckung wird dann beim Einkaufen vor Ort nicht mehr im Vordergrund stehen.

Am Anfang eines Wandels steht nicht selten eine Krise. Gleichzeitig kann sie aber auch einen Wendepunkt markieren, wenn aus dem erzwungenen Stillstand der letzten Monate entsprechende Lehren gezogen werden. Ein einfaches Zurück in den Vorkrisenmodus wird es nicht geben. Stattdessen müssen sich Retailer radikal neu erfinden. Nutzerzentrierte Destinationsentwicklung, flexible Flächenentwicklung und eine strategische Neupositionierung mit klaren USPs können dazu führen, dass der Einzelhandel vielfältiger, digitaler und damit resilienter wird. An Stelle der Rückkehr in die Normalität steht damit ein Aufbruch zum Besseren.

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