Frauenpower als Doppelspitze: NIDUS-Gründerinnen Annelen Schmidt-Vollenbroich und Ana Vollenbroich | Foto: NIDUS

Der diskrete Charme der 50 Jahre

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Die Bauten der Wirtschaftswunderjahre werden oft als Bausünden tituliert. Doch die Nachkriegsmoderne ist für Architektur und Möbeldesign keine verlorene Zeit. Manches wird grunderneuert oder neu aufgelegt. Das 2016 von der Architektin Annelen Schmidt-Vollenbroich und der Juristin Ana Vollenbroich gegründete Düsseldorfer Unternehmen NIDUS hat sich auf Bauen Bestand und insbesondere auf die Sanierung von Häusern aus den Wirtschaftswunderjahren spezialisiert.

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„Tradition und Moderne miteinander zu verbinden, nachhaltig Bauen im Bestand, statt einfach abzureißen und neu zu planen – vor allem in so verdichteten Städten wie Düsseldorf – das ist unsere Leidenschaft“, sagt die Juristin Ana Vollenbroich. „Es gibt in der Landeshauptstadt so viele erhaltenswerte Bausubstanz. Und wer mit offenen Augen durch die Viertel geht, entdeckt zahlreiche Beispiele der oft wenig geachteten Nachkriegsmoderne.“

Die imposante Wendeltreppe im Haus Bruno Lambart | Foto: NIDUS

Ästhetik trifft Architektur | Foto: NIDUS

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So wie das 1955 errichtete Wohnhaus mit einem imposant gewendelten Treppenhaus des Düsseldorfer Architekten Bruno Lambart. Dabei habe gerade diese gern als Bausünden verschmähte Architektur mit ihrer eigenwilligen Formensprache Materialien wie Glas, Stahl, Beton oder Backstein entdeckt und sie mit Holz, Schmiedeeisen, Messing, farbigen Fliesen und Mosaiken kombiniert. „Dank moderner Bautechnik und neuer Stoffe lassen sich Wohnhäuser aus dieser vermeintlich finsteren Epoche durchaus wieder für den heutigen Markt fit machen“, davon sind die Gründerinnen  überzeugt. Geplant ist 2021 sogar die Buch-Veröffentlichung mit dem Titel „Sehnsucht Stadt“, das sich Stadthäusern der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf widmet.

Zitat mit Autobahn-Logo

"Tradition und Moderne miteinander zu verbinden, statt einfach abzureißen und neu zu planen – das ist unsere Leidenschaft."
- Ana Vollenbroich, Gründerin NIDUS

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In Kürze zieht NIDUS auch mit seinen Büros und dem Studio für Architektur, Design und Immobilienentwicklung in das ehemalige von ihnen komplett restaurierte Backsteingebäude einer Armaturenfabrik aus den 50er Jahren im Hinterhof an der Ringelsweide ein. Da die Vollenbroichs ganzheitliche Konzepte unter dem Schlagwort „neue Einfachheit“ umsetzen, muss auch der Innenausbau zur Fassade passen: Sichtbeton und Feinsteinzeug, rohes Mauerwerk und hellgrauer Industrieboden, deckenhohe naturbelassene Holzfenster und -Türen sind die typischen Zutaten.

Das Atelier wächst, die Zahl der Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen steigt, die Aufgaben werden vielfältiger, das Spektrum erweitert sich. So entstehen derzeit zwei neue Stadthäuser an der Sankt Göres Straße im Stadtteil Kaiserswerth. Dort planen die „Stadtgestalterinnen“ – wie sie sich selbst verstehen – bis 2022 eine bauliche Brücke zu schlagen zwischen Alt und Neu: „Die Gebäude spiegeln mit ihren klaren Formen und ,einfachen´ Materialien nicht nur den Charakter der umliegenden Bebauung wider, sondern auch den historisch gewachsenen des gesamten Viertels“, beschreibt Geschäftsführerin Annelen ihr Vorgehen.

Wiederkehr des Rundbogens: Die modernen Stadthäuser in Kaiserswerth | Foto: NIDUS

Innenansicht des Projekts an der St. Göres Straße in Kaiserswerth | Foto: NIDUS

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Die monolithisch anmutenden Wohnhäuser in der für Kaiserswerth typischen reduzierten Backstein-Architektur - kombiniert mit romanisch beziehungsweise gotischen Stilelementen - sollen an Vergangenes erinnern und zugleich zeitgemäß sein. „Indem wir den  Rundbogen, einen Klassiker der Renaissance, wiederbeleben und mit minimalistisch-moderner Architektur verbinden, wollen wir Stadtgeschichte fortschreiben und sie gleichzeitig neu interpretieren“, betonen die Unternehmerinnen.

Übrigens jedes Haus – ob neu oder Bestand -  wird bei NIDUS digital entworfen und ganz klassisch detailgenau als Miniatur-Modell in Holz gebaut: „So lassen sich die Proportionen viel besser beurteilen.“

www.nidus-studio.com

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