Gustav Klimt: Gold and Colour ist eine der vier laufenden Ausstellungen der Bassins de Lumière | Foto: Culturespace

Bassins de Lumière – Wasser, Stahlbeton und Digitalkunst

Elena Bock
Elena Bock

Intro

Eintauchen in die Welt der Kunst: Seit dem 10. Juni 2020 bietet sich den Besuchern der ehemaligen U-Boot-Basis in Bordeaux ein einzigartiges kulturelles Schauspiel. Auf der weltweit größten Fläche für Digitalkunst ließ der private Veranstalter „Culturespaces“ hier eine immersive Multimedia-Installation entstehen, die mit 12.000 m² Projektionsfläche ein einmaliges 360°-Ausstellungserlebnis ermöglicht.

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Hohle Räume, dumpfe Feuchtigkeit und das stählerne Echo von Wasser auf Metall: Einladend wirkt der fast 20 Meter tiefe und 42.000 Quadratmeter große U-Boot-Bunker im Stadtteil Bassins à Flots nicht unbedingt. Doch im Inneren des Weltkrieg-Relikts sieht das ganz anders aus: Hier treffen seit dem 10. Juni Wasser, Stahl und Beton auf Digitaltechnik, Lichtinstallationen und Musik und erwecken in dieser spannenden Kombination die Werke der größten Meister der Kunstgeschichte zum Leben. Möglich wird dies durch die sogenannte „Amiex“-Methode („Art and Music Immersive Experience“) die Ausstellungskonzepten zu atemberaubenden Lichtshows mit Musikbegleitung macht. Das Ergebnis bilden multisensuale Digitalerlebnisse, in denen sich der Besucher frei bewegen kann. Der französische Kunst-Akteur „Culturespaces“ hat sich auf eben jene multimedialen Projektionskonzepte spezialisiert und bereits 2012 mit dem Carrières de Lumières in Les Baux-de-Provence und zuletzt 2018 mit dem Pariser Atelier des Lumières eindrucksvoll bewiesen, welche Möglichkeiten in der digitalen Kunstpräsentation und -rezeption schlummern. Mit den Bassins de Lumière setzt „Culturespaces“ seine Ausstellungsreihe nun in Bordeaux fort und zwar in der bis dato größten und wohl auch ungewöhnlichsten Location.

Die ehemalige U-Boot-Basis im Stadtteil Stadtteil Bassins à Flots wird zum Schauplatz eines Multimedia-Spektakels | Foto: Culturespaces

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Beton und Wasser als Leinwand

Der Grundriss der Unterwasserbasis in Bordeaux teilt sich in elf, von dicken Betonwänden umfasste, Wasserbecken, die jeweils 100 Meter lang, 22 Meter breit und 12 Meter hoch sind. Vier dieser Bunkerzellen beherbergen nun die größte Digitalinstallation der Welt - eine ungewöhnliche architektonische Ausgangslage. Doch mit den Bassins de Lumière gelingt es dem Veranstalter Culturespaces auf eindrucksvolle Art und Weise die geschichtsträchtige Location in das Projekt zu integrieren: Zahlreiche Projektoren füllen die rauen Betonoberflächen mit Farbe und Bewegung, erwecken den düsteren Zeitzeugen zum Leben. Die projezierten Kunstwerke spiegeln sich auf der glitzernden Wasseroberfläche der Becken und werden so in den Raum hinein erweitert und verzerrt, während Musik die hohlen Räume des Bunkers mit passenden Klängen füllt. Es entsteht eine beinahe magische Atmosphäre, in der Architektur, Raum, visuelle und auditive Elemente eine Einheit bilden.

Wasserbecken erweitern und verzerren die Projektionen in den Raum hinein | Foto: Culturespaces

Architektur und Digitalkunst im Einklang | Foto: Culturespaces

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Klimt trifft Klee, Zukunft trifft Vergangenheit

Die digitalen Ausstellungen der Bassins de Lumière sind den großen Meistern der Kunstgeschichte gewidmet. Mit der Eröffnungsausstellung „Von Gold und Farben“ macht Gustav Klimt den Anfang und wird begleitet vom Kurzprogramm „Paul Klee: Painting Music“. Doch die Bassins de Lumière bietet nicht nur vergangenen Zeiten eine Plattform: Auf der gesonderten Ausstellungsfläche „Le Cube“ wird aufstrebenden Digitalkünstlern aus Bordeaux die Möglichkeit gegeben, ihre Werke zu präsentieren. Eine besondere Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schafft das türkische Kollektiv OUCHHH mit dem Digitalkunstwerk „Ocean Data“, das Millionen von Daten aus dem Ozean mithilfe eines Algorithmus in Formen, Farben und Bewegungen übersetzt. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz greift das Kollektiv in diesem Zuge nicht nur die Historie des Unterwasser-Bunkers auf, sondern stellt gleichzeitig den Akt des künstlerischen Schaffens selbst in Frage.

Le Cube: Eintauchen in Licht, Farbe und Musik | Foto: Culturespaces

Die Eröffnungsausstellung zeigt die größten Werke Gustav Klimts | Foto: Culturespaces

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Das aktuelle Ausstellungsprogramm läuft noch bis 3. Januar 2021.
Weitere Infos, Tickets und Eindrücke gibt es hier.

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