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Nachhaltigkeit ganzheitlich gedacht: Volkswagen Immobilien – Pioniere der deutschen Immobilienwirtschaft

Isabelle Rank
Isabelle Rank

Intro

Innerhalb von drei Jahren schaffte es Volkswagen Immobilien sich zu einer weltweiten Benchmark für nachhaltige Immobiliengesellschaften zu entwickeln und katapultiert sich zum nachhaltigsten deutschen Immobilienunternehmen. Wir sprachen mit dem Leiter der Unternehmensfinanzierung und Nachhaltigkeit bei Volkswagen Immobilien Dr. Fabian Lander sowie Melanie Linke, Sustainability Managerin bei Volkswagen Immobilien, über die Bedeutung von Nachhaltigkeitsrating und die Vorreiterrolle des Unternehmens für die deutsche Immobilienwirtschaft.

 

 

Zuständig für Nachhaltigkeitsfragen bei VWI: Sustainability Managerin Melanie Linke ...

... und Dr. Fabian Lander | Foto: Volkswagen Immobilien

Textblock #1

Starten wir mit einer allgemeinen Frage: Was bedeutet Nachhaltigkeit für Volkswagen Immobilien?

Dr. Lander: In der Unternehmensverantwortung von VWI sind Umweltschutz, soziale Verantwortung, ein faires Miteinander mit Kunden und Kollegen sowie das Bestreben nach wirtschaftlichen Lösungen, seit langem fester Bestandteil. Wir haben bei VWI ein eigenes Nachhaltigkeitsteam, das eigene Produkte für die Ziele und Bedürfnisse von VWI und unseren Kunden geschaffen hat. Mit unserer BLUE Markenfamilie haben wir eigene Produkte über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie geschaffen.

Linke: Wie der Volkswagen Konzern bekennt sich auch VWI zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung SDGs, die von den Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 beschlossen wurden. Wir streben an, die SDGs künftig noch enger mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie zu verzahnen und unsere Maßnahmen auf die Erreichung dieser Ziele auszurichten. 2019 haben wir dafür eine wichtige Voraussetzung geschaffen und diejenigen SDGs identifiziert, bei denen wir die größten Wirkungsmöglichkeiten innerhalb unseres Unterneh­mens und bei unseren immobilienspezifischen Produkten und Dienstleistungen sehen.

Wer ist der Treiber für Ihr Handeln?

Dr. Lander: Natürlich sind die Einhaltung der nationalen Klimaziele der Bundesregierung ein wichtiger Treiber für unseren Einsatz in der Reduktion des CO2-Ausstosses. Aber auch die Frage danach, welchen Einfluss wir als Unternehmen haben, um unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Unser Engagement für Nachhaltigkeit wird getragen von unserer Unternehmensstrategie „VWI 2025“, welche die Basis für unser Handeln legt und ökonomische, ökologische und soziale Ansprüche in Einklang bringt. Bis spätestens 2050 soll der gesamte Volkswagenkonzern ein bilanziell klimaneutrales Unternehmen sein. Um dies zu erreichen, sind alle gefragt. Rund ein Drittel aller CO2-Emissionen in Deutschland werden von Immobilien verursacht. Dabei stammen 14 % aus den direkten Emissionen im Gebäudebereich. Um die grundsätzlichen Emissionen zu reduzieren, führt die Bundesregierung ab 2021 die CO2-Steuer ein, die auf lange Sicht deutlich ansteigen wird – denn sind wir mal ehrlich: Es tut noch nicht weh genug!

Warum haben Sie sich für ein Nachhaltigkeitsrating entschieden?

Dr. Lander: Das Nachhaltigkeitsrating dient für uns als Benchmark, wo wir stehen und wie wir wahrgenommen werden. Wir haben uns schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt – die Entscheidung für das Rating diente uns u.a. auch als Bestandsaufnahme, um zu sehen, wo wir mit unseren Bemühungen hinwollen. Nachhaltigkeit ist für uns ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in dem Transparenz eine besondere Rolle zukommt: Das Rating sendet dem Kapitalmarkt und unseren Stakeholdern ein klares Signal, dass wir wirklich Nachhaltigkeit in unserer DNA haben.

Zitat mit Autobahn-Logo

"Nachhaltigkeit ist für uns ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in dem Transparenz eine besondere Rolle zukommt."
- Dr. Fabian Lander, Leiter Unternehmensfinanzierung und Nachhaltigkeit bei VWI

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Welchen Herausforderungen sind Sie im Ratingprozess begegnet, bzw. was sind Ihre Lehren, die Sie daraus gezogen haben?

Dr. Lander: Schon vor dem Ratingprozess hatten wir uns innerhalb des Unternehmens mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftig. Während des Ratings haben wir festgestellt, dass Einzelmaßnahmen nichts bringen, solange sie nicht einem strategischen Konzept unterliegen. Wenn wir uns die Bewertungskriterien von ISS ESG anschauen, sehen wir, dass die Ratinggewichtung zu 50 % aus dem Umweltrating und zu 50 % aus dem Sozial- und Unternehmensrating zusammengesetzt ist. Während des Ratings erkannten wir ebenfalls, dass nicht alle Themen einfach zu verbessern sind. Es gibt Strukturen im Unternehmen, die können wir nicht verändern. Ebenso erkannten wir, dass Themen im Prozess untergehen, wenn diese nicht entsprechend kommuniziert werden.

Welche Themen sind das konkret?

Linke: Das war zum einen unser soziales Engagement hier in der Region. Wir machen uns seit langem für benachteiligte Jugendliche stark und stützen die Ausbildungsinitiative „ready4work“. Auch unterstützen wir den Zukunftstag und bekennen uns zur Region. Wir engagieren uns bei kurzfristigen Aktionen, wie z.B. mit der Bereitstellung unseres Hotels für die übergangsweise Aufnahme von COVID-19 Erkrankten während der aktuellen Pandemie. Aber auch unseren Mitarbeitern bieten wir zahlreiche Benefits: Wir sind mehrfach als familienfreundlich ausgezeichnet worden und bieten für unsere Mitarbeiter zahlreiche Benefits, die wir auch auf unserer Website verankert haben.

Dr. Lander: Nicht nur dort übernehmen wir Verantwortung, sondern bei unseren Mietern. Wir sind seit Beginn im „Bündnis für Wohnen und Leben in Wolfsburg“ engagiert und haben eine faire Mietenstruktur: 80 % unserer Mieten liegen unter 7 € pro Quadratmeter. Bei Modernisierungen achten wir stets auf eine sozialverträgliche Umsetzung und bewegen uns unterhalb der rechtlich möglichen Erhöhungen. Unser Engagement zahlt sich aus: In unserer aktuellen Mieterbefragung stellten uns unsere Mieter ein sehr gutes Zeugnis aus: Die Gesamtzufriedenheit liegt bei 95,3 %.

Sie sagten, dass sich die Bewertungskriterien von ISS ESG sowohl aus dem Sozial- und Unternehmensrating als auch dem Umweltrating zusammensetzen. Wie sieht Ihre Strategie im Rahmen des Umweltratings aus? Auf welche Herausforderungen sind Sie hier gestoßen?  

Linke: Wir haben vor einigen Jahren unseren eigenen Baustandard „Blue Building“ auf den Markt gebracht und kontinuierlich verbessert. Dieser basiert auf externen etablierten Energieeffizienzstandard KFW-55 und der DNGB-Zertifizierung in Gold. Parallel zu unseren Neubauvorhaben setzen wir auch auf die kontinuierliche Modernisierung unseres Wohnungsbestands von rund 9.300 Einheiten und unseres Gewerbeportfolios. Somit wollen wir auf lange Sicht unsere Treibhausgasemissionen reduzieren.

Dr. Lander: Im Rahmen der Zertifizierung ist auch die Transparenz des Energieverbrauchs der Gebäude ein ausschlaggebender Punkt. Aber wie sollen diese nachgewiesen werden, wenn der Verbrauch zwischen Mieter und Energieanbieter abgerechnet wird? Volkswagen Immobilien hat hierfür mit dem regionalen Anbieter einen Weg entwickelt, wie die Verbrauchsdaten der Immobilien anonymisiert ausgewertet werden können. Wir können so den realen Verbrauch unserer Immobilien analysieren und ggf. weitere Maßnahmen zur Reduzierung erarbeiten.

Was bedeutet das Rating für Sie und was machen Sie anders?

Dr. Lander: Das Rating hat uns nochmal in unseren Bemühungen bestärkt: Innerhalb des Ratings der ISS ESG sind wir aktuell das nachhaltigste deutsche Immobilienunternehmen – weltweit gesehen auf Platz 2. (Stand 03/06/2020). Das macht uns sehr stolz und bestätigt unseren Nachhaltigkeitsansatz. Wir wissen aber auch, dass wir uns auf unserem Erfolg nicht ausruhen dürfen.

Linke: Schon allein wegen des „Best in Class“-Ansatzes der Ratingagenturen, müssen wir unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter ausbauen, wenn wir auch in Zukunft die Nummer eins bleiben wollen. Nachhaltigkeit ist ein kontinuierlicher Prozess, den es weiterzuentwickeln gilt.

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