iMM LetsTalkForReal – Im Grünen mit Dagmar Böcker-Schüttken

Elena Bock
Elena Bock

Intro

Für die zweite Ausgabe des Interviewformats  sprachen Markus Gerharz vom Immobilien Manager und Textschwester Miriam Beul mit Dagmar Böcker-Schüttken, Geschäftsführende Gesellschafterin des Düsseldorfer Maklerunternehmens bei Böcker Wohnimmobilien. An unserem idyllischen Drehort zwischen Wiesen und Feldern und mit einer gehörigen Portion Landluft in der Nase geht es diesmal um Menschen, die auf der Suche nach Immobilien sind. Egal ob zum Wohnen oder als Anlageobjekte: Mit Dagmar Böcker-Schüttken haben wir DIE Immobilien-Expertin für Düsseldorf und Umgebung gefunden.

Textblock #1

MB: Liebe Dagmar, durch Corona haben wir gelernt, dass sich die Immobiliensuche verändert, dass sich die Menschen in den Städten vielleicht gar nicht so wohl fühlen, dass der eigene Garten oder der große Balkon Gold wert sind. Auf dem Land und im Speckgürtel kein Problem – aber wollen jetzt tatsächlich alle aufs Land? Frische Luft, Blumen und Bienen? Was suchen die Menschen derzeit?

Gerade wegen Homeoffice und den ganzen Cloud-Lösungen, die es zur Zeit bereits gibt ist die Lage auf dem Land und im Grünen natürlich sehr attraktiv. Und man muss natürlich sagen, preislich ist das Land auch attraktiver, obwohl die Preise schon vor Corona in den umliegenden Gemeinden bereits um 10-15% gestiegen sind, je nach Erreichbarkeit der Lage.

MB: Wir hatten doch vorher diesen Boom bei Stadtwohnungen. Es war total hip in der Stadt zu wohnen. Will das jetzt keiner mehr?

Ich denke, dass die Stadt weiter attraktiv bleiben wird. Die Städte müssen sich natürlich weiterhin über ihre Strategien Gedanken machen. Wir müssen über Car-Sharing nachdenken, über Elektro-Mobile. Was stellen wir den zukünftigen Bewohnern zur Verfügung? Nicht nur begrünte Dachgärten auf den Dächern. Wie der Bürohandel uns das ja auch schon vorgemacht hat mit dem Cradle-to-Cradle oder dem sehr schönen Ingenhoven-Tal mit der begrünten Fassade.

MG: Durch Kurzarbeit und Kündigungen haben viele Menschen weniger Geld im Portemonnaie. Drohen Notverkäufe bei privaten Eigentümern?

Ich denke nicht, weil wir in Deutschland Immobilien immer schon sehr vorsichtig und konservativ finanziert haben und die Banken gerade jetzt während der Corona-Pandemie sehr solidarisch mit ihren Kunden und der Tilgung von Krediten umgehen. Wir haben einen Immobilienmarkt, der stabil ist. Die Nachfrage bricht zwar ein, aber ich denke dadurch, dass auch die Verkäufe zurück gehalten werden stabilisiert sich das Ganze wieder.

Zitat mit Autobahn-Logo

"Wir haben einen Immobilienmarkt, der stabil ist."
- Dagmar Böcker-Schüttken

Textblock #1

MB: Ist Eure Immobilienvermarktung jetzt digitaler als vor der Krise, weil man sich nicht treffen darf? Wir sitzen hier ja auch mit sehr großem Abstand. Wie muss man sich das vorstellen?

In den Bestandsobjekten nehmen wir die Rundgänge mit einer Kamera auf und können sie dann sozusagen Kunden anbieten, die im Moment zum Beispiel in der Schweiz festhängen und nicht nach Deutschland kommen können. Das kann natürlich nicht die wirkliche Besichtigung ersetzen, nur im Ausnahmefall. In der Vermietung und im Neubaugeschäft ist es so, dass wir die Kunden auf unseren Arbeitsplatz holen, durch zum Beispiel AnyDesk, sodass der Kunde online beraten wird.

MG: Wenn wir in Zukunft mehr und öfter im Homeoffice arbeiten, brauchen viele von uns andere Wohnungen, denn mit dem Laptop auf dem Sofa, das ist ja kein Homeoffice. Müssen Architekten und Entwickler Wohnungen in Zukunft anders denken und bauen?

Ja, ich denke auch, dass es sicherlich keine Lösung ist am Küchentisch gemeinsam mit den Kindern zu arbeiten und gleichzeitig noch Homeschooling zu machen. Die Architekten müssen sich da was einfallen lassen. Wahrscheinlich flexiblere Grundrisse mit einem hohen Anspruch an Qualität und Ruhe.

MG: Eine persönliche Frage: Dein Traumzimmer mit Aussicht, ganz egal wo auf der Welt - was möchtest Du sehen und warum?

Viel Grün und einen schönen Waldblick. Wie hier zum Beispiel!

Die Stunde in der Natur, abseits von Schreibtisch und Bildschirm hat uns sehr gutgetan. Unser Tipp nach diesem tollen Gespräch im Freien: Öfter mal raus ins Grüne!

 

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