Der Baustoff der Zukunft? Auf dem Campus der TU Dresden entsteht das weltweit erste Haus aus Carbonbeton | Foto: Iurii Vakaliuk, IMB, TU Dresden

Erstes Haus aus Carbonbeton entsteht in Dresden

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Der globale Bauboom setzt sich fort – zu Lasten des Klimas. Neuartige Materialien bieten die Chance, dies künftig zu ändern. Zudem ermöglichen sie außergewöhnliche Architekturlösungen. Wie zum Beispiel das weltweit erste Carbonbeton-Haus, das derzeit in Dresden umgesetzt wird.

 

Bis Mitte 2021 soll der Bau des 220 Quadratmeter großen Experimentalbaus in der sächsischen Landeshauptstadt abgeschlossen sein | Foto: Iurii Vakaliuk, IMB, TU Dresden

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Mit über 100 Millionen verbauten Kubikmetern pro Jahr ist Stahlbeton Deutschlands Baustoff Nummer Eins. Doch in Sachen Klimaschutz rangiert der Verbundstoff auf den hinteren Plätzen. Pro Jahr erzeugt die Herstellung von Zement, dem wichtigsten Bestandteil von Beton, weltweit rund acht Prozent der globalen CO2-Emissionen. Dazu kommt die vergleichsweise kurze Lebensdauer von Stahlbeton: Im Schnitt sind es etwa 80 Jahre.

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Pro Jahr erzeugt die Herstellung von Zement weltweit rund acht Prozent der globalen CO2-Emissionen.

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Carbonbetonbauten überdauern mehr als 200 Jahre

Gute Gründe, nach Alternativen zu suchen. Und den Baustoff Beton weiterzuentwickeln. Unter der Führung der Technischen Universität (TU) Dresden arbeiten Unternehmer und Wissenschaftler aus ganz Deutschland im aktuell größten Forschungsprojekt des deutschen Bauwesens an der nächsten Innovation für die Branche: C3 – Carbon Concrete Composite, kurz: Carbonbeton. Der Baustoff ist ein neuer Materialverbund von Carbon und Hochleistungsbeton – und materialeffizierter, ressourcenschonender, korrosionsbeständiger und widerstandsfähiger als Stahlbeton. Geschätzte Lebensdauer von Bauten aus Carbonbeton: über 200 Jahre.

Auch die Klimabilanz von Carbonbeton überzeugt laut der Dresdner Wissenschaftler: Durch den Umstieg von Stahl- auf Carbonbeton könnte eine Materialeinsparung von bis zu 80 % erzielt werden. Dementsprechend reduziert sich der CO2-Aussstoß und der Energieverbrauch. Jüngste Forschungen zeigen, dass Carbon und Beton zudem problemlos voneinander getrennt werden können. Beste Voraussetzungen, um das Baumaterial Carbon wiederzuverwerten.

Mit Carbonbeton baut man grün: Bis zu 80% Materialeinsparung sorgt für einen reduzierten CO2-Austoß und Energieverbauch | Foto: Iurii Vakaliuk, IMB, TU Dresden

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Durch den Umstieg von Stahl- auf Carbonbeton könnte eine Materialeinsparung von bis zu 80 % erzielt werden.

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CUBE: Experimentalbau als Forschungsprojekt

Zum Einsatz kommt Carbonbeton bereits bei der Instandsetzung, etwa von Brücken oder Gebäuden. Auch im Neubau – beispielsweise in Fassaden oder Wandkonstruktionen – hat er sich bewährt. Wie sehr das flexible Baumaterial künftig Architekten und Bauplaner beeinflussen könnte, zeigt der CUBE: Das weltweit erste Haus aus Carbonbeton entsteht derzeit auf dem Campus der TU Dresden. Entwickelt und umgesetzt wird das futuristisch anmutende Gebäude mit der neuartigen Twist-Schalenkonstruktion in enger Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Bis Mitte 2021 soll der Bau des 220 Quadratmeter großen Experimentalbaus in der sächsischen Landeshauptstadt abgeschlossen sein. Der CUBE wird dann nicht nur ein Versuchsstand sein, sondern außerdem verdeutlichen, was Carbonbeton für die Baubranche leisten kann.

Mehr Informationen zum CUBE und zu Carbonbeton unter https://www.bauen-neu-denken.de/ und https://www.youtube.com/watch?v=O5SDb-U-n-4.

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