Alex Iwan verbringt ihre Mittagspause mit Peter Lindbergh im Düsseldorfer Kunstpalast - und findet hier Inspiration, Mut und Melancholie | Foto: Marion Lange New York

Auf ein Date mit Peter – Eine Mittagspause im Düsseldorfer Kunstpalast

Alex Iwan
Alex Iwan

Chef-Kolumnistin Autobahn-Immomag, Gründerin + Inhaberin der PR+Presseagentur Textschwester

Intro

Mittagspause. Mit dem Rad ins Museum – auf ein Date mit Peter Lindbergh. Die Ausstellung, die in meinem Lieblingsmuseum Kunstpalast in Düsseldorf gerade noch läuft, ist spektakulär, auch im Sinne von melancholisch. Denn sie ist ein großes begehbares in memoriam für Peter Lindbergh, einem der wichtigsten Fotografen der Welt. In jedem Bild steht für mich auch die Traurigkeit, dass er nicht mehr da ist.

In Lindberghs Œuvre steht der porträtierte Mensch im Mittelpunkt | Foto: Marion Lange New York

Modefotografie die Grenzen überschreitet und neu definiert! | Foto: Marion Lange New York

Textblock #1

Es braucht tatsächlich nur eine einfache, alltägliche Mittagspause, um sich an diesen wunderbaren Orten der inszenierten Intellektualität, der sichtbaren Auseinandersetzung mit neuen, anderen Inhalten wieder frisch zu machen. Kunst als Inspirationsquelle, ja, das ist bekannt, aber Kunst als Stützstrumpf für schwache Momente – das geht gut. Die Tankstellen der modernen creative communities sind leise Begegnungen, jetzt sogar mit sehr viel Abstand zueinander. Die Verknüpfung von Kunst, Architektur, Fotografie, Urbanität zu einem großen Ganzen ist hier wirklich gelungen, wie schade, dass diese  Ausstellung nicht einfach da bleibt. In Düsseldorf, einer der wichtigsten Städte für Fotografie.

Noch bis Mitte Juli fungiert die Ausstellung "Peter Lindbergh: Untold Stories" im Düsseldorfer Kunstpalast als begehbares in memoriam des Fotografen | Foto: Marion Lange New York

Textblock #2

Was mich noch glücklicher gemacht hat, als diese Ausstellung zu besuchen, ist die Tatsache, dass an einem gewöhnlichen Mittwoch sehr viele Menschen mittags unterwegs waren, um im Museum ihre Zeit zu verbringen. Ich frage mich, ob es mit der Corona Schliessung und der damit einhergehenden mentalen Vermagerung einherging oder ob es nicht auch einfach die Liebe der Düsseldorfer ist, mal schnell Kunst zu geniessen. Wie dem auch sei – in der Auseinandersetzung mit Kunst fällt mir ein, was Paul Klee – der übrigens sehr prominent in der Kunstsammlung NRW vertreten ist - gesagt hat: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, Kunst macht sichtbar." Wir brauchen diese Prozesse, in denen Wirklichkeit neu gespielt wird, und wenn es auch nur mal eben schnell in der Mittagspause ist.

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