Eike Weinning, der Shutdown-Manager von NRW, Senior Consultant im Bereich Real Estate Consulting bei Drees & Sommer | © Drees & Sommer SE

Der Shutdown-Manager – Wenn Flächen und Gebäude in den (erzwungenen) Winterschlaf gehen

Lisa Albersmeier
Lisa Albersmeier

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Wenn aufgrund der aktuellen Situation alle ins Homeoffice geschickt werden müssen, stehen sehr viele Flächen und Bürostandorte leer. Einfach nur das Licht auszuschalten und die Türen abzuschließen, reicht bei der Verwaltung von Gebäude- und Standortschließungen nicht aus. Welche wichtigen Maßnahmen für den temporären Shutdown von Flächen, Gebäuden und Anlagen entscheidend sind, hat uns Eike Wenning, Projektpartner und Senior Consultant beim internationalen Immobilienberatungsunternehmen Drees & Sommer verraten.

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Was gilt es grundsätzlich zu beachten bei einer kurzfristigen und temporären Gebäudeschließung?

Man sollte sich zunächst Gedanken über die einzelnen Schritte machen, also vom Großen ins Kleine denken. Dazu haben wir bei Drees & Sommer einen Vier-Punkteplan aufgestellt. Zunächst muss der Shutdown, auch wenn er sehr plötzlich auftauchen kann, so gut es geht geplant und vorbereitet sein. Anschließend muss der Standort strukturiert und bis auf das Nötigste heruntergefahren werden, um im nächsten Schritt für die Dauer der Schließung ein reibungsloses Liegenschaftsmanagement betreiben zu können. Sobald eine Inbetriebnahme wieder möglich ist, muss alles vorbereitet sein, um das Gebäude schnellstmöglich wieder hochzufahren

Welche Bereiche eines großen Gebäudestandortes sollten berücksichtig und geplant werden?

Eine gute Kommunikation zu allen dem Gebäude zugehörigen Personen ist das A und O. Es muss eine gute Informationsgrundlage geschaffen werden, damit jeder für seinen verantwortlichen Bereich am Standort über die nächsten Schritte Bescheid weiß. Ein sehr nützlicher Aspekt der temporären Gebäudeschließung können Reinigungs- und Renovierungsarbeiten in den ungenutzten Flächen sein. Außerdem gibt es wichtige Betreiberbereiche, die trotzdem weiterlaufen müssen. Dies können z.B. viele Inspektionen und Wartungen, beispielweise von raumlufttechnischen Anlagen, Brandschutztechnik, Aufzügen oder Notbeleuchtungen sein, die nur bedingt terminlich verschoben und zudem nur von Fachpersonal mit Sachkundenachweis durchgeführt werden können.

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Was sollte getan werden, wenn der Start der Inbetriebnahme absehbar ist?

Wenn eine Inbetriebnahme des Gebäudes und dessen Anlagen absehbar ist, sollten diese genauesten vor Wiederanlauf überprüft werden. Letztendlich muss es auch Vorkehrungen für ein schnelles und flexibles Reaktivieren der betroffenen Immobilien unter Einhaltung von gesetzlichen Auflagen geben. Das gilt insbesondere für Anlagen mit besonderen Hygieneanforderungen wie Trinkwasser- und Lüftungsanlagen, offenen Kühltürmen oder Anlagen von denen eine besondere Gefährdung für Gebäudenutzer, Umwelt oder Dritte ausgeht. Es empfiehlt sich eine vollumfassende Überprüfung der Anlage vorzunehmen, um Gefährdungen auszuschließen. Es sei denn die Anlage wurde auch während der Stillstandszeit von Fachpersonal inspiziert und gewartet.

 

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