Gestreifte Bodysuits und Röcke aus einzelnen Stoffstreifen, 1968 ©Archives Pierre Cardin

Pierre Cardin zu Gast in der Modestadt Düsseldorf

Monika Ewa Kijuk
Monika Ewa Kijuk

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Er revolutionierte die Modewelt und bot bezahlbare Haute Couture Kreationen von der Stange. Pierre Cardin gilt als Begründer der futuristischen Mode. Noch bis zum 05. Januar 2020 bietet der Kunstpalast Düsseldorf in einer großen Ausstellung einen Einblick in seine avantgardistischen Kollektionen aus den 1960er Jahren.

Kleider von Pierre Cardin aus der "Cosmocorps"-Kollektion 1966 ©Terence Donovan Archives

 

Inspiration vom Kosmos
Beide greifen nach den Sternen: Während der eine ins All fliegt, holt der andere den Kosmos runter. Sowohl für Yuri Gagarin als auch für Pierre Cardin ging es hoch hinaus – ein großer Karriereaufstieg, im All und auf der Erde. 1961 fliegt Gagarin als erster Mensch ins All, währenddessen bleibt Cardin dem Laufsteg nah und lässt sich vom Weltraum und der Euphorie, die das Thema erweckt, inspirieren: Die „Collection Cosmos“ entsteht.

Für die Kreationen, die Raumschiffuniformen ähneln, arbeitete Cardin mit Vinyl und Plastik – seinerzeit unbekannte Materialien in der Textilverarbeitung. „Meine liebsten Kleider sind diejenigen, die ich für ein Leben schaffe, das es noch gar nicht gibt – für die Welt von Morgen“ lautet seine Designphilosophie.

Die Ausstellung zeigt mehr als 80 Haute Couture Kleidungsstücke. Mit den farbenfrohen Stoffen und figurbetonten Schnitten schuf Cardin eine innovative und zugleich provokative Kollektion. So erhielten vermeintlich schlichte Kleider beispielsweise dezente Applikationen auf der Brust, um durch Körperbetonung herauszuragen. Hohe Stiefel zu Minikleidern, verspielte Designs, geometrische Formen am ganzen Körper – auffällig und innovativ. Mit seiner mutigen, kantigen Mode setzte Cardin neue Trends und brachte einen selbstsicheren Bekleidungsstil an die modebewusste Frau.

 

Nicole de Lamargé in einem Kleid aus der "Cosmocorps"-Kollektion, 1967 ©Peter Knapp

Twiggy in einem Cocktailkleid von Pierre Cardin, 1966 ©Terence Donovan Archives

 

 

Seit fast acht Jahrzehnten am Werk
Seine Karriere begann er als junger Designer 1947 bei Christian Dior, mit dem er den „New Look“ schuf. Schon drei Jahre später gründete Pierre Cardin sein gleichnamiges Modelabel. Bis heute ist er alleiniger Eigentümer seines Unternehmens – und offenbar noch entfernt vom Ruhestand: Anfang September ging Cardin mit seiner Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2020 nach China, um bei der Modenschau in Qinhuangdao seine Kreationen zu präsentieren.

Ein multifunktionales Modeimperium
Bezahlbare Mode, Haute Couture von der Stange. Mit Qualitätsbewusstsein, aber Bescheidenheit ermöglichte Pierre Cardin als großer Designer seiner Zeit den Zugang zu seinen Designs. Hosen, Sakkos, Socken, Taschen und Reisegepäck - was gibt es nicht, das unter dem Label verkauft wird? Von Kleidung und Accessoires über Schreibwaren bis hin zu Pflege- und Duftprodukten vertreibt der Modezar seine Kollektionen weltweit unter seinem Label, das schon zu Beginn für ein breites Lizenzgeschäft genutzt wurde und heute noch für die Lizenznehmer entwirft.

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