Ganz so ruhig wie auf unserem Titelbild, geht es auf den Sylter Straßen nicht zu | Foto: Silke_U, pixabay

Textschwester-Sommer-Special: Mobil auf…Sylt

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Blaugraues Wasser, Strandkorb-Idylle und eine tiefe Ruhe, die nur vom Kreischen der Möwen unterbrochen wird: Nicht ohne Grund zählt Sylt zu den Lieblings-Reisezielen der Deutschen. Warum auch in ein Flugzeug steigen, wenn Sommer, Sonne, Strand und Meer auch im eigenen Land auf uns Urlauber warten? Die Anreise nach Sylt lässt sich schließlich bequem mit dem eigenen Auto oder dem Zug gestalten und auch auf der Insel genießt man Flexibilität.  Ganz einfach von A nach B - oder? Wir haben uns auf Sylt in Sachen Mobilität umgeguckt.

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Wer nach Sylt möchte und zur Anreise den Autozug wählt, steht erst einmal im Stau. Vielleicht schon auf dem Weg gen Norden, aber spätestens in Niebüll, der Verladestation auf dem Festland. Zumindest zur Hauptreisezeit. Oft genug kommen neben der Tatsache, dass einfach viele Passagiere auf diesem Wege auf das Eiland wollen, auch noch Zugausfälle hinzu.

Eine gute Gelegenheit, sich die Mitreisenden – oder vielmehr, Ihre Fahrzeuge – genauer anzusehen. Wer mit einem Kombi anreist, fühlt sich zwischen all den Porsche Cayennes, Audi Q7 und Mercedes G-Klassen ganz schön klein. Wie mag es da erst einem Mini-Fahrer ergehen? Doch im Stau stehen sie alle. Auf dem Autozug sind alle gleich.

Wer denkt, dass freie Fahrt herrscht, sobald man auf der Insel der Deutschen angekommen ist, irrt gewaltig. Zunächst muss das Nadelöhr passiert werden: Die Straßen Westerlands. Wer von dort aus in den Süden oder Norden der Insel will, hat es gut und kann den Ausblick aufs Meer genießen, sobald Westerland, die Inselhauptstadt, hinter einem liegt.

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Sylt – Zwischen Luxus-SUV und Hollandrad

Nach dieser Anreiseerfahrung wäre es kein Wunder, wenn Urlauber das KFZ gegen das Rad tauschten, sobald sie am Ziel angekommen sind. Die vielen Autos auf den Parkplätzen der diversen Strandrestaurants und Badestrände sprechen allerdings eine andere Sprache. Andererseits: auch auf den Radwegen herrscht Hochbetrieb, man hat ein wenig das Gefühl, dass es überall voll ist – unabhängig vom Verkehrsmittel.

Aber dennoch: Irgendwie sind hier alle entspannt, vom Kellner in kurzen Hosen in einem Restaurant, dessen Preise eigentlich einen anderen Dresscode vermuten lassen, bis zu eben jenen Fahrradfahrern, die sich die gut ausgebauten Radwege teilen. Diese findet man nämlich überall auf der Insel, mal parallel zur Landstraße, mal etwas ruhiger in den Dünen.

Über die weitläufigen Sandstrände Sylts... | Foto: textschwester

...läuft es sich jedoch am besten zu Fuß! | Foto: textschwester

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Als Sylt-Neuling ist man erst einmal überrascht, mit welchem Tempo mancher Radler an einem vorbeirauscht – man stellt aber recht schnell fest, dass dies oft weniger der Sportlichkeit der Fahrer, sondern eher der kleinen Batterie unter dem Gepäckträger geschuldet ist. Verständlich, dass viele darauf zurückgreifen, denn man muss eine gewisse körperliche Fitness und Kondition mitbringen, um bei Wind von vorn (und der Wind kommt auf Sylt IMMER von vorn) eine Düne hinaufzufahren (und auf Sylt gibt es viele Dünen). Wer möchte also nicht den Fortschritt nutzen und durch lockeres Hochschalten in den „Sport-Modus“, die Sylter „Berge“ in lässigen 25 Stundenkilometern hochdüsen?

Also was ist Sylt nun? Insel der Schönen und Reichen, belagert von dicken Autos oder Nordsee-Idyll voller naturverbundener Urlauber auf Hollandrädern? Wahrscheinlich, wie es so oft ist, liegt die Wahrheit in der Mitte. Jedoch lehnt man sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt, dass es der Insel guttäte, wenn mehr Reisende vom Autozug auf den klassischen Personenzug umsteigen würde. Am Rande sei gesagt, dass auch das Sylter Busnetz verglichen mit anderen Regionen der Republik gut ausgebaut ist.

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