Tianjin Library©Ossip

Architektur für Literatur

Textblock #1

Bildungsort, Kulturgut, Touristenstätte – eine Bibliothek, die nicht nur Wissbegierige, sondern auch Touristen anspricht. Die Tianjin Binhai Library wurde nach dreijähriger Bauzeit in der gleichnamigen Hafenstadt der Volksrepublik China eröffnet.

Textblock #2

Immer größer, immer ausgefallener: Die Architektur Asiens scheint der europäischen ein wenig voraus zu sein. Mit dem Projekt rund um die Tianjin Binhai Bibliothek zeigte das dreiköpfige Team des niederländischen Architekturbüros MVRDV in Zusammenarbeit mit dem lokalen Design Institute (TUPDI) sowie der Beteiligung von Stadtplanern der Regierung ein hohes Maß an architektonischer Innovation. MVRDV ist in Tianjin durch die Errichtung einer Wohn- und Geschäftsanlage bereits bekannt.

Eingangsbereich Tianjin Library (c) Ossip

Tianjin Library©Ossip

Textblock #2

Dass Digitalisierung heutzutage auch mal zweitrangig sein darf, beweist Chinas Tianjin Binhai Library. Hier trifft futuristische Architektur auf beinahe antiquiertes Kulturgut – nahbar, echt, traditionell. Auf 33.700 Quadratmetern bietet die Bibliothek Platz für rund 1,2 Millionen Bücher. Das Bauwerk dient als Begegnungsstätte inmitten des neuen Kulturviertels von Binhai. Als Kulturzentrum beinhaltet es neben der Lese- und Bildungsmöglichkeit auch Büroflächen, Konferenzräume sowie Rückzugsorte im Freien auf der Dachterrasse.

Bibliotheken – der Aufbewahrungsort von Schriftwerken verschiedener Epochen, die oftmals bis weit in die Vergangenheit reichen. Eine Zeit, in der Bücher, vorsichtig gesagt, einen höheren Stellenwert hatten, als es in unserer heutigen digitalen, modernen Gesellschaft der Fall ist. Umso erfreulicher, dass diesen besonderen Werken nach wie vor großer Raum zur Existenz erschaffen wird, wenn auch im anderen Architektur-Stil.

Zitat mit Autobahn-Logo

„Hier trifft futuristische Architektur auf beinahe antiquiertes Kulturgut .“

Textblock #2

Puristisch ist futuristisch

Marmorböden, hochragende Säulen und Regale aus dunklem Holz, die sich auf kunstvoll gestaltenden Balkonen aus Gusseisen reihen – die Bücherorte der Vergangenheit. Architektur geht mit der Zeit, die Möglichkeiten bietet, neue, individuelle Bauobjekte ins Stadtbild einzufügen, wo jedes als einzelnes Kunstobjekt betrachtet wird. So wird aus einer Bibliothek ein modernes Gebäude, das auf die Liste der Sehenswürdigkeiten einer Stadt gelangt. Anstelle kathedralenartiger Bauten, die den Bücherduft in romantischer Atmosphäre beherbergen, gilt heute: puristisch ist futuristisch. Das zeigt die Tianjin Library, die einem riesigen weißen Saal ähnelt, in dessen Mitte sich eine leuchtende Kugel befindet, die nicht nur dekorativen Zwecken und einer optischen Raumvergrößerung dient, sondern das Auditorium darstellt. Aufgrund ihrer zentrierten Eingliederung ins Umfeld sowie die Betrachtungsweise von außen wird sie als „The Eye“ bezeichnet. Rundherum erstrecken sich über fünf Etagen geschwungenen Terrassendecken, die Bücherregale sowie Sitzmöglichkeiten zugleich darbieten. Die wellenartigen Bücherterrassen, die die Form der Kugel wiederspiegeln, schaffen eine innere, topographische Landschaft, deren Konturen sich ausbreiten und um die Fassade wickeln. Die oberen Regale sind allerdings nur optisch in Form von Platten demonstriert, die Buchrücken abbilden. Zu den Büchern, die sich auf den höheren Etagen befinden, gelangt man von Innen der Terrassen. Hierdurch ergibt sich ein 3D-Effekt, der die Raumdimension visuell noch stärker zur Geltung bringt.

riesige "Regale" in der Tianjin Library©Ossip

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