Eine Auszeit vom digitalen Wirbelwind im Kaffee Marlene in Berlin | Foto: textschwester

Dgtl Dtx n PrzlBrg

Miriam Beul
Miriam Beul

Chefredaktion Autobahn-Immomag, Gründerin + Inhaberin der Textschwester Immobilienkommunikation GbR

Intro

 Das Internet tötet die Kommunikation nicht. Es verändert sie aber und weckt neue Sehnsüchte. Zum Beispiel die nach Dingen und Menschen, die echt sind. Unplugged, live, mit Puls und in Farbe. Zum Riechen, Anfassen und Schmecken. Zum Beispiel in Cafés. Nirgendwo sonst findet die ermattete Surferseele mehr schönere Orte zum digitalen Entgiften wie in Berlins Prenzlauer Berg.

Textblock #2

Blumencafé! Schon der Name! Rechts Blumenladen, links Café und hinten Zoo! Oder sagen wir: Papageienspielplatz. Zwei stattliche Aras flattern im Hinterstübchen herum, drängeln sich aber auch gerne nach vorne und mischen sich unter lautem Krakeele unter das erstaunte Blumenkauf- und Kaffeehausvolk. Im nächsten Jahr feiert das exotische Café an der Schönhauser Allee schon 15jähriges. Das schaffen die meisten Systemgastronomen, auf die viele Immobilienvermieter heute setzen, nicht. Das Geheimnis? Es ist ein zauberhafter, unkopierbarer Ort, ein fantastischer Mix aus Omas Wohnzimmer, Bio-Gastronomie und gekonnter Floristik. Für einen spontanen Zwischenstopp bis zur Hochzeit – alles ist möglich. Dazu bietet die Speisekarte allerhand Kulinarisches, Frühstück, Kuchen, Torten, Eis, Suppen, Quiche – natürlich alles Bio! Das ist auf Deutschlands berühmtesten Hipsterberg einfach so.

Urbaner Hipster-Chiq im Prenzlauer Berg | Foto: Caro Sodar, pixabay

Das Geheimrezept der digitalen Entgiftung: Kaffee, Kuchen und gute Gespräche! | Foto: Jonas Denil, unsplash

Textblock #2

Die neue, scheue Kellnerin schaut vorbei, sie hat einen osteuropäischen Akzent, ist schlecht frisiert, ungeschminkt. Entschuldigt sich, weil es ihr erster Tag ist und ihr das meiste nicht flink von der Hand geht. Und lächelt dabei so smart, was sollte man ihr da schon übelnehmen? Ein Ort, so schön, dass man sich noch ein Stück von egal was bestellt oder den 30. Tee oder Kaffee, nur nicht aufstehen, nicht gehen, einfach noch ein bisschen länger bleiben.  Oder, falls die Reise doch weitergehen muss, nur eine Ecke weiterziehen, ins Kaffee Marlene (schreibt sich tatsächlich Kaffee) an der Kastanienallee. Eine Mischung aus Wohnzimmer, Schauspielerumkleide und Vintage-Möbellager. Serviert werden Frühstück, Kuchen, Salate, Pfannkuchen und Suppen. Per Email kann man das Essen auch vorbestellen und zu einer selbst gewählten Zeit abholen – da inzwischen viele Firmen in dem Viertel sitzen, ein tolles Angebot. Die Location an sich – auch ein Mekka für jeden, der Dgtl Dtx im PrzlBrg frönen will – einfach dasitzen, chillen, in die Luft und auf die Leute glotzen. Allerdings wirbt das Marlene explizit mit exzellentem WLAN. Und holt damit auch all diejenigen Kaffeetrinker von der Straße, die von der schwachen Netzabdeckung draußen voll genervt sind.

| | | | | | | | |

Mehr entdecken