Große Freude bei einem der Teilnehmerteams des 72 Hour Urban Action Wettbewerbs auf Malta 2017 | Foto: 72 Hour Urban Action

72 Hour Urban Action – das Streetfest für Architektur in Jena/Lobeda

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Elena Bock

Intro

Mit kleinen Veränderungen Großes bewirken. Das ist das Motto des ersten internationalen High-Speed Architekturwettbewerbs, bei dem Stadtentwicklung und Urbanität im Mittelpunkt stehen. Für das Echtzeit-Architekturfestival haben das städtische Kulturunternehmen JenaKultur und die Organisatoren 120 Teilnehmer aus über 26 Nationen zusammengebracht. Vom 2. bis zum 5. Mai 2019 werden sie im Jenaer Stadtviertel Lobeda temporäre Architekturkonzepte erschaffen. Dabei treffen internationale Experten auf Anwohner der Stadt, sie arbeiten zusammen im Team und entwickeln Ideen, um den Lebensraum attraktiver zu gestalten.

Zitat mit Autobahn-Logo

“72 Hour Urban Action versetzt Lobeda in einen architektonischen Ausnahmezustand. In nur drei Tagen und drei Nächten dürfen zehn internationale Teams mit wenig Geld aber viel Leidenschaft das Stadtbild von Jena Lobeda neu- und umgestalten” - Markus Niessner, Niessnerdesign

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Als Arbeitsplatz dafür dient eine Zeltstadt, in der die Teilnehmer schlafen, essen und miteinander interagieren. Verschiedene Vorstellungen treffen auf unterschiedliche Talente. Daraus sollen schnelle und effiziente Lösungen entstehen, die ein schöneres Stadtbild möglich machen.

Die Initiatoren Gilly Karjevsky und Kerem Halbrecht greifen mit dem Projekt ein wichtiges Thema für die heutige Zeit auf, denn wie schon Lukasz Lendzinski vom Architekturbüro „umschichten“ erklärt: “In Zeiten, in denen der öffentliche Raum fast vollständig Einzelhandel, Verkehr, Verboten oder wirtschaftlicher Nutzung unterworfen ist und in denen in Großstädten Menschen für Wohnraum demonstrieren, wohnt dem Wettbewerb eine hochaktuelle Symbolwirkung inne. Gleichfalls ist das Event deutschlandweit ein Aufruf zur Eigeninitiative und motivierende Handlungsanweisung”.

Junge Teilnehmer auf dem Festivalgelände des 72 Hour Urban Action Wettbewerbs | Foto: 72 Hour Urban Action

Das Team "Dirty Dozen" war Teil des 72 Hour Urban Action in Stuttgar 2012 | Foto: 72 Hour Urban Action

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Vor allem die Unterstützung der Stadtbewohner spielt eine wichtige Rolle, denn sie wissen am besten, wo Optimierungs- und Verbesserungsbedarf besteht.  Wer versteht die Bedürfnisse der eigenen Stadt besser als die Menschen, die dort leben? Aufgrund dessen wurden bereits im Vorfeld einige Bewohnerumfragen durchgeführt. In den Gesprächen ergaben sich folgende Fragen: „Lobeda warum bist du so dicht?“, „Wo sehen wir dich in Zukunft?“ oder “Wie wollen wir eigentlich in Zukunft miteinander leben?”

Die Ratlosigkeit der Bewohner macht deutlich, dass ein solches Projekt dringend nötig war, um lokale Probleme zu lösen. Die Initiatoren erhoffen sich, dass am Ende dieses Festivals, leichte Lösungen entwickelt werden, um für ein zufriedenstellenden Zustand zu sorgen. Vergangene Projekte aus Stuttgart, Italien oder Dänemark, zeigen, dass es durchaus möglich ist, dieses Ziel zu erreichen und dabei Wege zu finden, um die Bewohner auf langfristige Zeit glücklich zu machen.

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