Immobilienpreise in Hamburg und Umland ziehen an I Foto: Cordula Gartmann / pixabay

Hamburger Immobilienpreise auf Rekordkurs

Stefanie Walker-Behrens
Stefanie Walker-Behrens

Der private Immobilienmarkt der Hansestadt hat sich im letzten Jahr nicht entspannt, Wohnungen und Häuser verteuern sich sowohl innerstädtisch, als auch im Umland.

Hamburg, das „Tor zu Welt“ zieht weiterhin viele Menschen und damit auch Immobiliensuchende an. Doch die Nachfrage kann gerade im preiswerten Bereich nicht ausreichend gedeckt werden. Aus dem aktuellen Immobilienatlas 2019, den die LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forschungsinstitut F+B erstellt hat geht hervor, dass Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr in jedem Segment des Marktes zu verzeichnen sind.

So kosten bestehende Häuser in Hamburg 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Durchschnittlich muss man 4.037 Euro pro Quadratmeter zahlen, ein Wert der erstmals die bisherige Marke von 4.000 Euro übersteigt. Ebenso sieht es bei Stadtwohnung im Bestand aus. Durchschnittlich 4.483 Euro zahlen Käufer pro Quadratmeter, was eine Preissteigerung von 4,2 Prozent bedeutet und eine Preisverdoppelung seit 2009. Stadtteile an Elbe und Alster legen noch etwas drauf. Bestandswohnungen führen die Rangliste mit Preisen zwischen 6.000 und 8.000 Euro, neu gebaute Wohnungen in diesen Lagen aktuell bis zu 12.000 Euro pro Quadratmeter an. Hier stieg der Durchschnittspreis um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch Neubauhäuser verteuerten sich um 2,8 Prozent und Preisspitzenreiter mit bis zu 8.300 Euro pro Quadratmeter sind hochpreisige Stadtteile wie Nienstedten, Blankenese, Othmarschen oder Eppendorf.

Das Hamburger-Umland wird ebenfalls teurer

„Eigentumswohnungen im Umland sind zunehmend gefragt,“ erläutert Jens Grelle, Vorstandsvorsitzender der LBS. „In der Regel erhalten Interessenten mehr Wohnfläche für’s Geld.“ Doch müssen Immobiliensuchende auch hier tiefer in die Tasche greifen. Der Kaufpreis für bestehende und auch neugebaute Häuser stieg um rd. 8 Prozent. In Ballungsorten mit guter Verkehrsanbindung wie Wentorf/Aumühle oder auch Trittau stieg der Preis für einen Neubau sogar um mehr als 33 Prozent.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt der Immobilienatlas bei Eigentumswohnungen. Sowohl bei Bestands-, als auch bei Neubauwohnungen werden um 8 bis 9 Prozent höhere Preise als 2018 verlangt. So zahlt man für eine gebrauchte Wohnung im Durchschnitt 2.295 Euro, für einen Neubau im Schnitt 3.431 Euro je Quadratmeter.

Was bringt die Zukunft

Die Immobilienpreise im Umland liegen zwar immer noch unter denen innerhalb der Stadtgrenzen, doch liegt die Steigerungsrate hier deutlich darüber. Jens Grelle ist sich sicher, dass die Kaufpreise auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Lediglich die Dynamik wird nicht mehr so stark sein, wie noch 2010 zu Beginn der Niedrigpreisphase.

„Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist unvermindert stark,“ erklärt er. Gerade im preiswerteren Bereich werde das Angebot die Nachfrage aber weiterhin nicht decken. So wird sich der sogenannte „Überlaufeffekt“ verstärken. Durch gute Verkehrsanbindungen und Infrastrukturen weichen Kunden immer weiter ins Umland aus.

 

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