Das Guggenheim Museum Bilbao im unverkennbaren Gehry-Stil | Foto: Guggenheim Museum Bilbao

Thing indescribable: Künstlerin Jenny Holzer macht Architektur zur Leinwand

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Elena Bock

Textblock #1

Frank Gehry – ein Name, der eine architektonische Brücke zwischen Düsseldorf und Bilbao spannt. Die Bauten des Star-Architekten prägen sowohl den Düsseldorfer Medienhafen als auch Bilbaos Guggenheim Museum und verleihen beiden Wahrzeichen ihren einzigartigen Charakter. Im Guggenheim Museum geht die Künstlerin Jenny Holzer mit ihrer Ausstellung „Thing indescribable“ nun auf besondere Art und Weise auf Gehry’s Architektur ein.

Textblock #2

Mit Textbausteinen als ungewöhnliches Leitmedium haben die Werke der amerikanischen Künstlerin Jenny Holzer schon von Beginn ihrer Karriere in den 70er Jahren an für Aufmerksamkeit gesorgt. Ihre neueste Schaffensweise ist geprägt von großen Textelementen, die in Form von Lichtinstallationen an architektonische und landschaftliche Sehenswürdigkeiten projiziert werden. Holzer nutzt diese aufmerksamkeitsstarken Orte um den Blick der Öffentlichkeit auf Ideen, Diskussionen und Ängste zu lenken. In ihren Arbeiten wird Gewalt und Ignoranz mit Humor, Güte und Mut begegnet.

Memorial Bench II: Eye cut by flying glass…, 1996 (detail) Indiana Buff limestone bench | 2019 Jenny Holzer, member Artists Rights Society (ARS), NY / VEGA, Foto: Erik Sumption

Textblock #2

Im Laufe von Jenny Holzers künstlerischer Laufbahn fungierten bereits eine Reihe internationaler Sehenswürdigkeiten als „Leinwand“ für ihre Kunst: Sowohl die Biennale in Venedig als auch das Guggenheim Museum in New York City oder das Louvre in Abu Dhabi beherbergten schon Ausstellungen der Künstlerin. Nun reiht sich das Guggenheim Museum in Bilbao in die Reihe der ausdrucksstarken Ausstellungsstätten ein.

Die beeindruckende Architketur des Guggenheim Museums in Bilbao | Foto: Vitor Pinto

Die Künstlerin Jenny Holzer | Foto: Nanda LanFranco

Textblock #2

 

Vom 22. März bis 09. September 2019 wird der Gehry-Bau des Bilbao Museums zur Projektionsfläche der bis dato größten Sammlung von Holzers Werken. Die Installationen sind auf die architektonischen Merkmale des Gebäudes abgestimmt und es entwickelt sich eine interessante Wechselwirkung zwischen Kunst und Architektur. Dem Namen ihrer Ausstellung „Thing indescribable“, das „unbeschreiblichen Ding“, zum Trotze macht Holzer mit den ausgestellten Textelementen auf kontroverse Art und Weise doch gerade das: Sie fasst Unausgesprochenes in Worte.

Aus: from Truisms (1977–79), 1977 | © 2019 Jenny Holzer, member Artists Rights Society (ARS), NY / VEGAP, Foto: Jenny Holzer

Aus: Inflammatory Essays (1979–82), 1983 | 2019 Jenny Holzer, member Artists Rights Society (ARS), NY / VEGAP, Foto: Jenny Holzer

Textblock #2

Mit Referenz zu ihren Ursprüngen im Bereich Street Art umfasst die Ausstellung sprachliche Artefakte aus den frühen Schaffensphasen Holzers wie Binnenweisheiten, Essays, Plaketten, Schilder und Gravuren in fünf Sprachen. Zeichnungen, Objekte und Ephemera aus dem Archiv der Künstlerin erweitern den Einblick in Jenny Holzers Œvre. Modernere Werke greifen die politische Positionierung Holzer‘s auf: Durch Ölmalereien und Wasserfarbe auf amerikanischen Regierungsdokumenten thematisiert sie die redaktionelle Zensur während der Anschläge des 11. September. Elektronische Elemente, Robotik und Animationen geben der von Petra Joos und Jenny Holzer selbst kuratierten Ausstellungen zudem einen modernen Einschlag.

LED Installation "Ram" (2016) | 2019 Jenny Holzer, member Artists Rights Society (ARS), NY / VEGAP, Foto: Collin

Textblock #2

 

Architektonische und landschaftliche Wahrzeichen besitzen eine große und reichweitenstarke Strahlkraft. Mit der Ausstellung „Thing indescribable“ macht Jenny Holzer sich diese zu Nutzen und Architektur zum Transportmittel ihrer künstlerischen Statements.

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