In Berlin ist Wohnraum knapp | Foto: Yevhenii Baraniuk / unsplash

Wohnraumdruck in deutschen Wirtschaftszentren steigt

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Der Bedarf an Wohnraum in den deutschen Großstädten steigt laut einer Analyse von Engel & Völkers Commercial kontinuierlich. An sechs der sieben wichtigsten Standorte kann der Wohnungsneubau nicht mit der Bevölkerungszunahme Schritt halten; das Wohnraumdefizit nimmt zu.

Ein steigender Wohnraumdruck ist in den Wirtschaftszentren Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zu verzeichnen. Das hat eine Untersuchung von Engel & Völkers Commercial im Zeitraum von 2008 bis 2017 ergeben. Analysiert wurde der Bevölkerungszuwachs im Verhältnis zum Wohnungsneubau unter Einbeziehung der durchschnittlichen Haushaltsgröße.

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Nachfrageüberschuss in der Hauptstadt

Am stärksten ist der Wohnraumdruck in Berlin gestiegen. Während die Bevölkerung zwischen 2008 und 2017 um rund 180.000 Personen zugenommen hat, wurden im selben Zeitraum nur etwas mehr als 61.000 Wohnungen gebaut. Im Sinne des theoretischen Nachfrageüberschusses bedeutet das: Über 76.000 Personen sind auf der Suche nach verfügbarem Wohnraum. Björn Rohde, Research-Analyst bei Engel & Völkers Commercial kennt den Grund dafür: „Berlin hat vergleichsweise spät auf das Bevölkerungswachstum reagiert. Während von 2008 bis 2013 durchschnittlich 3.670 Wohnungen im Jahr entstanden sind, wurde die Zahl erst im Jahr 2017 auf 12.814 erhöht.“

Positives Gegenbeispiel ist Hamburg. In der Hansestadt hat sich die Wohnungslage aufgrund reger Neubautätigkeit leicht entspannt: Circa 50.000 neue Wohnungen sind im genannten Zeitraum entstanden. Diese Entwicklung ist allerdings auch auf das vergleichsweise geringere Bevölkerungswachstum zurückzuführen.

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Wachsender Bevölkerungsdruck als Herausforderung

In den sieben deutschen Wirtschaftszentren liegen die durchschnittlichen Mieten bereits über zehn Euro/m². Dieser Trend wird durch demografische Entwicklungen wie abnehmende Haushaltsgrößen und Zuwanderung in die Ballungszentren verstärkt. Es bleibt eine Herausforderung, dem Wohnraumdruck durch Neubautätigkeiten in den Großstädten zu begegnen. Mit einer Senkung des Mietpreisniveaus ist daher in naher Zukunft nicht zu rechnen.

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