Dagmar Böcker-Schüttken fühlt sich in der Immobilienbranche beheimatet | Foto: Andreas Endermann

Berufsbild Immobilienmakler: Zukunft durch Kommunikation

Avatar
Elena Bock

Textblock #1

Es hagelt Kritik von allen Seiten und die Öffentlichkeit macht keinen Hehl um das sinkende Ansehen des Maklerberufs. Ein ganzes Berufsbild sieht sich in der Gefahr seine Daseinsberechtigung zu verlieren – und das obwohl die Expertise des Maklers zu Zeiten der Digitalisierung mehr denn je benötigt wird.

Textblock #2

„Das Berufsbild leidet unter einem schlechten Image, daran hat sich trotz großer Professionalisierung und neuer Ausbildungswege in den vergangenen 20 Jahren so gut wie nichts geändert“, weiß Dagmar Böcker-Schüttken. Seit 2001 ist die geschäftsführende Gesellschafterin von BÖCKER Wohnimmobilien schon für das Familienunternehmen tätig und fühlt sich in der Immobilienbranche beheimatet. Trotz ihrer Leidenschaft ist sie sich des schwierigen Standes des Berufs bewusst, denn den Medien zu Folge befindet sich Böcker-Schüttken schließlich in Gesellschaft von so manchen ungemütlichen tierischen Zeitgenossen: In der Berichterstattung über die Immobilien-Branche wimmelt es von Haien, Zecken und Heuschrecken.

Nicht selten springt das schlechte Image der Branche auf das Berufsbild des Maklers über und wird durch aktuelle Diskussionen rund um Nebenerwerbskosten, das Bestellerprinzip und der Deckelung der Maklercourtage zusätzlich befeuert. Die tatsächliche Rollenverteilung und Kompetenzen des Maklers beim Wohnungskauf werden dabei häufig übersehen: „Die Dienstleistung eines Maklers wird häufig unterschätzt. Das merken viele erst dann, wenn sie sich selbst als Makler versuchen“ stellt Jörg Golz, geschäftsführender Gesellschafter bei BÖCKER-Wohnimmobilien, fest. Sich einfach mal selbst zu versuchen ist gar nicht so utopisch wie es klingt, einen klar vorgezeichneten Bildungsweg zum Immobilienmakler gibt es nämlich nicht: Ausbildung, Privatstudium, Quereinstieg – Möglichkeiten gibt es viele, Nachfrager jedoch kaum. Im Maklerberuf herrscht ein deutlicher Fachkräftemangel. Dagmar Böcker-Schüttken ist überzeugt, den Grund des Nachwuchsmangels zu kennen:

Zitat mit Autobahn-Logo

„Die Branche versagt, das Geschäftsmodell einleuchtend zu erklären und den Beruf sympathisch zu machen.“
- Dagmar Böcker-Schüttken, Geschäftsführerin Böcker-Wohnimmobilien GmbH

Textblock #1

Die Lösung des Problems liegt Böcker-Schüttken zu Folge im Diskurs und einer Flucht aus dem immobilienwirtschaftlichen Echoraum: „Es ist an uns, diesen Zustand zu ändern und den Menschen unsere Expertise und Dienstleistungen zu erklären. Unsere Kunden haben bei einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens einen Menschen an ihrer Seite und nicht bloß eine Plattform. Allein das kann sie vor folgenschweren und teuren Fehlentscheidungen bewahren.“ Viel zu häufig schotte sich die Branche von ihren Kunde, Kritikern, externen Fachleuten und medienerfahrene Multiplikatoren ab, stellt Böcker-Schüttken fest. Und die Folge? Immobilienthemen und Zukunftsfragen drehen sich mehr oder weniger um sich selbst.
Die Problematik hierbei: Mit dem zunehmenden Angebot digitaler Plattformlösungen, die dem klassischen Immobilienmakler immer mehr den Rang abzulaufen scheinen, deuten sich große Veränderungsprozesse an.

Den Menschen hinter dem Maklertitel hervorzuholen, ihn als persönlichen Unterstützer und Berater zu positionieren und so das abdriftende Image umzulenken wird zu einer der bedeutendsten Aufgabe in der digitalen Zukunft der Immobilienbranche werden.

| | | | | | | | |

Mehr entdecken

Textschwester-Sommer-Special: Mobil in… AMSTERDAM

Von Düsseldorf ist Amsterdam nur einen Katzensprung entfernt. In zwei Stunden ist man mit dem Auto dort. Dank der vielen P+R Stationen um die Innenstadt, ist es günstig und stressfrei in den Stadtkern zu gelangen. Für gerade einmal einen Euro lässt sich dort 24h das Auto parken und für weitere 6,50 € mit der U-Bahn in die Stadt hin- und zurückfahren. > weiterlesen