Offenere Kommunikation hilft der Immobilienbranche aus der Sackgasse | Foto: Pixabay

Die Immobilienbranche steckt fest – nicht im Schnee, im Echoraum!

Miriam Beul
Miriam Beul

Chefredaktion Autobahn-Immomag, Gründerin + Inhaberin der Textschwester Immobilienkommunikation GbR

Textblock #1

Zecken, Haie, Heuschrecken: Kein anderer Wirtschaftszweig evoziert so viele tierische Vergleiche wie die Immobilienwirtschaft. Daran sind die rund 800.000 Unternehmen aus dieser Branche nicht ganz unschuldig. Sie setzen Milliarden um, bringen aber keinen bezahlbaren Wohnraum zustande. Das können die Menschen nicht verstehen. Der Ton in den medialen Diskussionen wird rauer, weil die Branche den Diskurs scheut und am liebsten mit einem spricht: sich selbst.  

Bald ist es wieder soweit: Die mächtigsten und einflussreichsten Immobilienentscheider treffen sich zu prominent besetzten Jahresauftaktevents, um über Marktlage, Zinsentwicklung und Geschäftsaussichten für das Jahr 2019 zu debattieren. Großes Thema: Bricht die Konjunktur ein? Geht es mit dem Aufschwung an den Märkten und der Flächennachfrage wirklich weiter? Lohnt sich die Modernisierung von Wohngebäuden denn überhaupt noch, wenn man statt elf „nur“ noch acht Prozent auf die Mieter umlegen darf? Und was ist mit den Share-Deals, die hinter vorgehaltener Hand vielen Akteuren Millionen in die Kasse gespült haben, während Kommunen in die Röhre gucken und nicht wissen, wo das Geld für neue Schultoiletten herkommen soll. Und es häufen sich Berichte über Menschen, die in Wohnwagen oder auf der Straße leben, weil sich ein gebautes Dach über dem Kopf nicht mehr leisten können, über Mieter, die auf ganz legalem Wege aus ihren Kiezen vertrieben werden. Champagnerstimmung auf der einen Seite, eine neue Not auf der anderen. In der Immobilienbranche brechen sich gesellschaftliche Veränderungen wie unter einem Brennglas.

Textblock #2

Raus aus dem Echoraum!

Schillernd, gierig, halbseiden und irgendwie immer am Rande der Illegalität - so nimmt ein Großteil der Öffentlichkeit das Tun von Maklern, Wohnungsunternehmen und Fondsgesellschaften wahr. Da wundert es nicht, wenn Medien aller Gattungen – auch mit Blick auf die Klickquoten - Immobilienunternehmen unter einen Generalverdacht stellen und dafür die bekannten Unsympathen aus dem Tierreich heranziehen: Zecken, Haie, Heuschrecken haben es zurück auf die Titelseiten geschafft. Und die Branche? Wie reagieren Makler, Vermieter, Asset Manager und Fondsgesellschaften? Wie reagieren die großen Verbände? Die einen fühlen sich ungerecht behandelt und klagen Populismus in der Berichterstattung an. Die anderen leiden unter dem miesen Image, das gut ausgebildete Fachkräfte von einem Weg in die hochspannende und vielseitige Branche abhält und Neubauvorhaben durch organsierte Bürgerproteste immer öfters schon im Keim erstickt. Und was hilft?  Immobilienprofis sollten ihren Echoraum verlassen, nach draußen gehen und ihre Geschäftsmodelle besser erklären. Sie sollten eine Kampagne starten und die verschiedenen Berufsbilder verständlich und sympathisch machen. Und die Diskussion offen suchen, statt sich in Hinterzimmern zu verstecken, die nur einen Kommunikationsweg zulassen: den von Boss zu Boss.

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