Wohnmaschine: Das Bauhaus Dessau im Maßstab 1:6 als „Tiny House“ Version auf einem PKW-Anhänger. Im Innern lädt eine Zwei-Raumwohnung zum Probewohnen ein. I Foto: (c) CC-BY SA Tinyhouse University

Bauhausbus auf Weltreise

Nicola Knuewer
Nicola Knuewer

Expertin für Immobilienmarketing, Kommunikation und Werbung. Geschäftsführende Gesellschafterin von Niehaus Knüwer and friends.

Textblock #1

2019 beginnt für das Designkollektiv Savvy Contemporary mit einem Langzeitprojekt. SPINNING TRIANGLES widmet sich dem 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses, indem es dieses nicht nur als Lösung, sondern auch als Problem identifiziert.

Das Bauhaus war vorerst eine Schule für Gestaltung. Sie wollte neue Gestalter*innen, Macher*innen und Denker*innen bilden, die sich den Herausforderungen ihres „Jetzt“ stellen. SPINNING TRIANGLES nimmt diesen Gründungsmoment bewusst auf – aber nicht um ihn zu wiederholen, sondern um ihn zu verdrehen: dabei soll eine Schule für Gestaltung entstehen, die das Zeug hat, die Herausforderungen ihrer Zeit anzugehen und genau deswegen vielleicht zur „Un-Schule“ wird. Sie entwickelt sich nicht ausschließlich im geopolitischen Westen, sondern durch die akzelerierte Drehung zwischen den eng miteinander verwobenen Orten: Dessau, Kinshasa, Berlin und Hongkong. Sie wirbelt die ihnen zugeschriebenen Rollen – Ideenzentrum, Rohstofflieferant, Produktionsweltmeister – durcheinander.

Die Akteure fahren in einem Miniaturklon des Werkstattflügels des Dessauer Bauhaus-Gebäudes um die Welt.. Hinter der ikonischen Fassade von dem von Van Bo Le-Mentzel errichtetem Tinyhouse verbirgt sich eine fünfzehn Quadratmeter große „Wohnmaschine“. Das Bauhaus Dessau im Maßstab 1:6  auf einem PKW-Anhänger. Im Innern lädt eine Zwei-Raumwohnung samt ausgeklügelter Inneneinrichtung und Ausstellungsfläche zum Probewohnen ein.

Hier werden die Akteure nicht nur leben, sondern auch Gäste einladen, um Raum und Eigentum auszuhandeln und das komplexe Erbe der Moderne zu hinterfragen. Durch Interventionen verschiedener Akteure wird das mobile „Weltkulturerbe“ aktiviert und gemeinsam mit der Öffentlichkeit erlebt und hinterfragt. Das Team stellt sich dem Bezug von Kolonialität und Gestaltung sowie deren alltäglichen Sicht- und Unsichtbarkeiten.

Textblock #2

In Dessau aufgeworfene Fragen zu Erbe, Eigentum, Urbanität, gemeinsamen Leben, Sicht- und Unsichtbarkeit ziehen mit dem Projekt weiter nach Berlin zum Eröffnungsfestival „100 Jahre Bauhaus“. Anschließend wird sich der angestoßene Denk- und Gestaltungsprozess durch ein Symposium und Workshops in Kinshasa beschleunigen und in der Entwicklung eines neuen Schulkonzeptes münden, das daraufhin von fünf „Meister*innen“ nach Berlin exportiert wird. Sie wird bei SAVVY Contemporary aktualisiert und später in Kollaboration mit dem Hongkonger Kunstraum Para Site fortgeführt.

STATIONEN
DESSAU 04.01.–30.01.2019 Interventionen und Workshops
BERLIN 24.01.–27.01.2019 Interventionen beim Eröffnungsfestival 100 Jahre Bauhaus
KINSHASA 04.04.–12.04.2019 Symposium und Workshops
BERLIN 22.07.–18.08.2019 Schule für Gestaltung
HONGKONG 08.10.–12.10.2019 Schule für Gestaltung

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