Das Venue des Teatro Garibaldi in Palermo | Foto: Manifesta 12 CAVE

Manifesta 12 in Palermo – Kunst und Stadt als Einheit

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Elena Bock

Textblock #1

Kunst und Kultur gelten mitunter als die prägendsten Einflüsse auf den Charakter einer Stadt. Paris, Wien, Düsseldorf – Zahlreiche Kunstmetropolen können hier als Paradebeispiel aufgeführt werden. Trotzdem wird die tatsächliche Wirksamkeit von Kunst vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Missstände und politischer Fragen häufig belächelt. Die Manifesta 12 in Palermo knüpfte genau an diesem Punkt an und bewies: Die Entstehung von Wechselwirkungen zwischen Kunst und dem öffentlichen Raum ist durchaus möglich.

Palermos unverwechselbares Stadtbild | Foto: Tomas Anton Escobar

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Orient trifft Europa: In Palermo, der Hauptstadt Siziliens, prallen Welten aufeinander – und lassen Gegensätze entstehen, die das sizilianische Stadtbild unverwechselbar machen. Die zerrüttete Stadtgeschichte spiegelt sich in ihrem im künstlerischen Reichtum wieder, der heterogenen Architektur, den zusammengewürfelten Kulturen und ihren unterschiedlichen Traditionen. In Palermo ist es möglich auf einer Straßenseite von pompösen Barockbauten überrascht zu werden, während sich auf der anderen Seite buntes, orientalisches Markttreiben abspielt. Genauso ist die mediterrane Gelassenheit des Küstenortes durchwoben von mafiösen Spannungen und allgegenwärtigen Migrationsfragen.

Die Performance von Matilde Cassani war Teil des bunten Programms der Manifesta 12 | Foto: Manifesta 12

Das Teatro Garibaldi war einer der Veranstaltungsorte der Manifesta 12 in Palermo | Foto: Cave Studio

Textblock #2

Schon Pina Bausch ließ sich während ihres 3-wöchigen Aufenthalts im Palermo des Jahres 1989 so sehr von dem widersprüchlichen Charakter der Stadt mitreißen, dass er sie zu ihrem berühmten Stück „Palermo Palermo“ inspirierte. Die Faszination mit der sizilanischen Hauptstadt flaut nicht ab: Im Jahr 2018 war Palermo zuletzt der Schauplatz der 12. Manifesta, der Wander-Biennale für zeitgenössische Kunst.  Unter dem Motto „Cultivating Coexistence“ wurde die Stadt während der Ausstellung selbst zur Metapher und rückte die Diskussion um Kunst im Kontext von Migration und Stadtpolitik in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Textblock #2

Friedliche Koexistenz und Inklusion, das sind Themen die zu heutigen Zeiten von allgemeiner Wichtigkeit sind. Der Manifesta 12 in Palermo gelang es diese in den Ausstellungsraum zu übersetzen und zwar vor den Kulissen einer Stadt, die ihren Bann der Kreuzung unterschiedlichster Kulturen zu verdanken hat.

Noch bis Ende 2018 beherbergt auch Düsseldorf ein Stück Pina Bausch, ein Stück Manifesta und ein Stück Palermo selbst: In der Ausstellung „Position Palermo“ im Stadtmuseum Düsseldorf. Hier porträtieren zahlreiche aus Palermo stammende Künstlerinnen und Künstler mit Foto- und Videoprojekten ihre sizilianische Heimat während der Entwicklung der Manifesta 12. Anknüpfend an das Ende der Biennale finden an drei Terminen im Dezember zusätzlich Diskussionsrunden im Rahmen der Ausstellungen statt. Am Beispiel Palermos soll die Wirkung von Kunst im öffentlichen Raum und das Zusammenspiel von Kultur und Stadtentwicklung thematisiert werden.  Weitere Informationen zu den Diskussionsrunden gibt es hier.

 

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