Beauty- und Kosmetikkonzepte drängen in die Einzelhandelsflächen | Foto: L'ORÉAL Profesionne

Make-Up sichert Ladenmieten

Miriam Beul
Miriam Beul

Chefredaktion Autobahn-Immomag, Gründerin + Inhaberin der Textschwester Immobilienkommunikation GbR

Textblock #1

Weniger Verkaufsflächen bei Textilern, steigender Flächenhunger bei Gesundheits- und Kosmetikbranche. Der Branchemix im stationären Einzelhandel verschiebt sich – weltweit. Neue, lifestyle-getriebene Brands wie Sephora und Blush Hour haben daran einen Anteil.

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Gestern noch Jeans im Schaufenster, heute Cremes: Während Textiler im stationären Handel auf dem Rückzug sind, nimmt die Präsenz von Beauty- und Kosmetikkonzepten zu und treibt die Flächennachfrage auf vielen Einzelhandelsmärkten weltweit an. Allein in Deutschland ist ein Wachstum des Flächenbedarfs dieser Branchen von 4,5 Prozent zu erwarten. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE, welche die Entwicklung der Flächennachfrage der Branchen Lebensmittel, Textil, Gesundheit und Kosmetik sowie Haus und Garten auf den Märkten China, USA, Spanien, Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich untersucht hat. So geht CBRE davon aus, dass die von der Gesundheits- und Kosmetikbranche in den kommenden fünf Jahren benötigten Flächen den Bedarf der anderen Branchen deutlich übertreffen werden. In China wird ein Wachstum des Flächenbedarfs der Gesundheits- und Kosmetikbranche von 8,1 Prozent erwartet, in Deutschland von 4,5 Prozent, in Italien von 4,2 Prozent, im Vereinigten Königreich von 1,7 Prozent, in den USA von 1,6 Prozent und in Spanien von 1,1 Prozent. Auch darüber hinaus wiesen die übrigen untersuchten Branchen in fast allen Märkten einen steigenden Flächenbedarf auf. „Wir sehen, dass der stationäre Einzelhandel trotz der Herausforderung des E-Commerce für die Retailer weiterhin eine entscheidende Rolle spielt. Die Verbraucher verlangen Omnichannel-Konzepte, um sich inspirieren zu lassen und Produkte testen und erfahren zu können“, erklärt Frank Emmerich, Head of Retail bei CBRE in Deutschland. Wie die Analyse zeigt, ist vor allem die Gesundheits- und Kosmetikbranche erfolgreich in dem Aufbau dieser Konzepte. Speziell technische Innovationen und soziale Medien haben zum Erfolg der Branche beigetragen.

Senkrechtstarter Sephora erobert 1A-Lauflagen

In Deutschland zeigt sich der Trend daher auch nicht allein durch den seit Jahren wachsenden Flächenhunger von DM, Rossmann & Co. Auch neue Marken stehen in den Startlöchern und mobilisieren in den Städten neue Kundenströme. Ein Beispiel ist die Marke Sephora. Erst im Sommer 2017 wagte die französische Kosmetikkette mit einem „Shop-in-Shop“-Konzept in den Kaufhäusern der Galeria Kaufhof den Launch in Deutschland. Jetzt hat der Senkrechtstarter der stationären Beauty-Welt seinen ersten Sephora Flagship Store auf der Zeil 112-116 in Frankfurt am Main eröffnet. Mehr als 250 Beauty-Marken präsentieren auf 650 Quadratmetern ihre Produkte.

Kosmetikkauf ist bei blush hour ein Beauty-Erlebnis

Darunter auch ein Neuzugang: das Düsseldorfer Beauty-Unternehmen blush hour mit seiner eigens entwickelten Kosmetiklinie blush hour cosmetics. Mit Sephora hat die junge Beautymarke einen international bekannten Vertriebspartner, der die Marke neben dem Verkauf im eigenen Concept Store in Düsseldorf und im Online Shop auf nationaler Ebene kontinuierlich wachsen lässt. Den Startschuss gibt der erste Flagship Store in Frankfurt am Main. Zudem wird das blush hour Produktportfolio zukünftig auch online unter sephora.de erhältlich sein.

Auf der Fläche hat blush hour in Düsseldorf übrigens nicht auf Königsallee begonnen, sondern ist mit seiner blush hour Academy im Düsseldorfer Medienhafen ansässig: Sie ist Concept Store, Ausbildungsstätte und Vertriebsstelle in einem. Neben dem breiten Kursangebot für Nachwuchs-Make-Up-Artists wird im Store ein Sortiment an Kosmetikprodukten angeboten, darunter auch die eigene Produktlinie des Beautyunternehmens. „In der blush hour Academy wird der Kosmetikkauf zum 360°-Beauty-Erlebnis. Das persönliche Wohlempfinden unserer Kunden steht dabei klar im Vordergrund“, sagt Tolga Güner, Gründer des jungen Labels. Gerade wegen des ungewöhnlichen Standorts jenseits der großen Einkaufsmeilen ist das erfolgreiche und erlebnis-orientierte Konzept von blush hour ein Beispiel dafür, welche großen Potentiale der stationäre Handel gerade in der Kosmetikbranche bietet. Durch die Verknüpfung digitaler Kanäle wie Social Media und Online-Shops mit dem Erlebniskauf im Laden können diese Potentiale optimal ausgenutzt werden.

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