Auf der Suche nach digitalen Göttern | Foto: < Die Digitale Düsseldorf >

Eine Düsseldorfer Kirche wird zum Handy

Julia Hake
Julia Hake

Redakteurin

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Anstatt Kirchenglocken erklingen profane Klingeltöne eines Smartphones aus dem Turm einer Kirche in der Altstadt Düsseldorfs. Mit dieser Soundinstallation verschaffen die zwei Schweizer Künstlerinnen Klarissa Flückiger und Mahtola Wittmer dem Smartphone jene Präsenz, welche es in unserem Alltag unbewusst einnimmt. Das Projekt «Zeitzeichen» ist während „der digitale“ Düsseldorf vom 9.– 16. November zwischen 10 und 20 Uhr in unregelmäßigen Abständen hörbar.

Das Kunst- und Musikfestival < die digitale dusseldorf > setzt damit seine kulturelle und kritische Auseinandersetzung mit der Digitalisierung fort. Unter dem Titel „digital gods“ fragen junge Künstler und Musiker, Intellektuelle und Designer: Wie viel Religion steckt in der Digitalisierung? Die Frage liegt nicht fern: Letztes Jahr gründete in Kalifornien ein ehemaliger Google-Manager eine Kirche für Künstliche Intelligenz. Über 50 zeitgenössische, nationale und internationale Künstler aus den Bereichen Musik, Performance, Design und Bildende Kunst werden in über 20 Locations der Stadt präsentiert.

Im Zentrum stehen die große Kunstausstellung “digital gods“ im Weltkunstzimmer, die am 9.11. eröffnet wird, sowie ein Konzert zum Auftakt der Kunstmesse Art Düsseldorf mit dem Londoner Avantgarde-Musiker Actress (gleichfalls im Weltkunstzimmer) am 15.11. Weitere Locations sind u.a. der Kunstraum, Walzwerk Null, die Stadtbüchereien, Sipgate, The Box, das Coelner Zimmer und Masterplan Studios. Das Festival steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Thomas Geisel, der die Ausstellung eröffnet.

Die < die digitale dusseldorf > ist das Festival für digitale Musik und Kunst. Es findet zum dritten Mal, diesjährig vom 9. bis 25.11.2018 in Düsseldorf statt. Initiatoren der < die digitale dusseldorf > sind der Nam June Paik-Schüler und Eventmanager Werner Pillig sowie der frühere Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins damenundherren e.V. , Künstler und Germanist Peter Witt. Kuratorisch begleitet werden die Macher von Wilko Austermann, Janine Bloess und Carsten Heisterkamp (Kunst), Stefan Jürke (Musik) sowie Katharina Drasdo (Kommunikation). Projektpartner ist das Weltkunstzimmer.

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