ANTEON hatte zum Vortrag über die Bürogebäude der Zukunft geladen | Foto: Julia Hake

Das Bürogebäude der Zukunft

Julia Hake
Julia Hake

Redakteurin

Textblock #1

Die Arbeitswelt verändert sich stetig und mit ihr die Arbeitsräume selbst. Um die Frage, wie diese in der Zukunft aussehen könnten, ging es beim Vortrag „Bürogebäude der Zukunft“ von Trendforscherin Birgit Gebhardt, zu dem Anteon Immobilien in den Wirtschaftsclub Düsseldorf eingeladen hatte. Damit setzt Anteon unter der Organisation von Dirk Schäfer, geschäftsführender Gesellschafter, das Format zum Thema „Büroarbeitswelten“ fort. Bereits vor einigen Monaten warf Kommunikationsprofessor Jan Teunen einen philosophischen Blick auf die Entstehungsgeschichte und Bedeutung des Büros. Hier knüpfte der Vortrag an: „Wir verharren zu sehr in der Gegenwart und blicken nicht in die Zukunft“, so Gebhardt, die seit 2012 in ihrer Forschungsreihe „New-Work-Order“ den Wandel der Arbeitswelt untersucht. Die kulturellen und emotional stimulierenden Aspekte in der Architektur müssten viel stärker in neuen Arbeitsumgebungen berücksichtigt werden. So könne die Kreativität der Mitarbeiter angeregt und vernetze Kommunikation erzeugt werden. Während klassische Bürogebäude eher Prozesse abbilden und noch für die Zeit der Industrialisierung stehen, gelte es künftig, explizit die menschlichen Tätigkeiten und Fähigkeiten zu unterstützen. Hierbei würden durchaus auch neue Technologien wie Spracherkennung, Recording und Tracking die Arbeit erleichtern und bisher bürotypische Vorgaben wie Bildschirmarbeitsplätze möglicherweise in Frage stellen.

Textblock #2

Die studierte Innenarchitektin stellte Unternehmen vor, die ihre Bürogebäude bereits zukunftsfähig umstrukturiert und umgebaut haben: Die Zentrale von Unilever überzeugt beispielsweise durch eine offene, transparente Architektur. Eine Vielzahl von weitläufigen Verkehrswegen führen durch den gesamten Bürokomplex und machen diesen bis in die kleinste Ecke zugänglich. Durch körperliche Bewegung und kommunikativen Austausch mit Arbeitskollegen wird die Kreativität gestärkt und die Leistungsfähigkeit gefördert. Die Architektur wirkt im Falle von Unilever unterstützend. Ein weiteres Beispiel ist das Kulturzentrum Dokk 1 in Aarhus, das von vielen Studenten zum Lernen genutzt wird. Es ersetzt für sie die klassische Bibliothek. Die Architektur des Dokk 1 überzeugt durch weite Blickachsen, die den Raum öffnen und freundlicher wirken lassen. Des Weiteren sind Leseecken und Sporträume vorhanden, die einen Ausgleich zwischen den einzelnen Lernphasen schaffen. Der Lernerfolg ist höher, wenn der Studierende zwischen Lernphasen Sporteinheiten, Ruhe- und Entspannungsphasen einfügt. Dies ist im Kulturzentrum Dokk 1 einfach und unkompliziert möglich, da alle Phasen unter einem Dach abgehalten werden können. Diese Aspekte sind in die Planung des Baus gezielt eingeflossen. „Wir stellen auch in unserer täglichen Arbeit mit Unternehmen auf Flächensuche fest, dass sich die Anforderungen an die Arbeitsplätze grundlegend geändert haben. Teamarbeit wird immer wichtiger und hierarchische Sitzordnungen gehören der Vergangenheit an“, so Dirk Schäfer von Anteon.

Textblock #2

Zum Ende des Vortrags zeigte Birgit Gebhardt das berühmte Renaissancegemälde „Die Schule von Athen“ von Raffael aus dem Jahr 1510/11. „Das Bild zeigt, dass die neue Arbeitswelt eigentlich eine Alte ist“, so Gebhardt. „Es wimmelt nur so von Menschen, die sich in kleinen Grüppchen austauschen. Kommunikation findet hier auf eine Art statt, die sich inzwischen wieder in vielen modernen Bürokonzepten wiederfinden.“ Die genannten Beispiele sind erste Schritte für eine zukunftsorientierte Arbeitsweise.

| | |

Mehr entdecken