Einladend, dynamisch und flexibel muss der Arbeitsplatz von morgen sein | Foto: Spaces

Düsseldorf im Co-Working-Fieber

Miriam Beul
Miriam Beul

Chefredaktion Autobahn-Immomag, Gründerin + Inhaberin der Textschwester Immobilienkommunikation GbR

Textblock #1

An hippen Plätzen arbeiten, ohne über Jahre an die Fläche gebunden zu sein: Co-Working erobert die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt. 36 Konzepte an 53 Standorten gibt es schon, zusammen sind das 72.000 Quadratmeter, berichtet der Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL). „Das hört sich vielleicht nicht viel an. Insgesamt sind das 1,5 Prozent des Düsseldorfer Büroflächenbestandes oder 2,5 mal das Dreischeibenhaus. Im Central Business District von Düsseldorf lag der Umsatzanteil bei den Neuvermietungen im ersten Quartal 2018 aber immerhin schon bei 14 Prozent“, sagte der JLL-Düsseldorf-Chef Marcel Abel heute auf einer Fachtagung des Management Circle in Düsseldorf. Der Trend werde sich weiter fortsetzen, der Anteil professioneller Zwischenanbieter steigen. Mit Folgen für die Büroflächendichte und den Nutzungsmix in der Stadt. „Die Menschen wollen vor allem schöne Büros haben und nur die werden bleiben. Die nicht so schönen sind Umnutzungskandidaten und weichen heute schon vermehrt Wohnungen und Hotels“, so Abel weiter.

Vor allem in Toplagen deutscher Städte sind neue Arbeitswelten auf dem Vormarsch. Nur was Co-Working genau ausmacht, darüber rätseln selbst Experten. Dirk Schäfer, geschäftsführender Gesellschafter des Maklerunternehmens Anteon, sprach in einer von ihm moderierten Talkrunde pointiert von einem „sektenhaften Zusammenglucken junger Menschen, die gar nicht mehr allein auf die Straßen gehen, sondern sich nur über eigene Apps zum Joggen verabreden.“ Auch das mag dazugehören, nur ein kurzfristiger Lifestyle-Trend sind die flexibel mietbaren Plätze zum Arbeiten und Vernetzen gewiss nicht.

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Rosa Zukunft nicht für alle Konzepte

Nicht zuletzt, weil auch Großunternehmen die Nutzung ihrer Flächen flexibler handhaben und zur Mobilisierung des vorhandenen Kreativpotenzials neue Wege gehen wollen. „Insider haben dazu auch Zahlen: Innerhalb von vier Wochen kennen sich alle Nutzer eines Spaces, innerhalb von vier Monaten haben 30 Prozent schon miteinander Geschäfte gemacht“, so Arne Hilbert, Partner der Geschäftsleitung und Niederlassungsleiter NRW Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG, der als Entwickler und über die Mehrheitsbeteiligung am Corporate Co-Working-Anbieter Design Offices auch als Betreiber auf den Markt schaut. Er sieht noch Platz für mehr. „Design Offices haben jetzt drei Standorte in Düsseldorf, wobei die Flächen in der Kaistraße schon jetzt zu klein sind. Über Flächen im Düsseldorfer Norden denken wir bereits nach. Und wir schauen auch auf ausgesuchte B-Städte, unter anderem Wolfsburg und Ingolstadt“, so Hilbert.

Düsseldorf ist im Co-Working-Fieber, doch es gibt auch kritische Stimmen. So bezweifeln Marktkenner, dass alle hippen Konzepte in eine kunterbunte Zukunft blicken. „Wenn die Konjunktur schwächer wird und die Flächennachfrage abebbt, stehen die risikokapitalfinanzierten Start-Ups als erste unter Druck“, sagt Carsten Boell, Leiter kaufmännische Projektentwicklung Interboden Innovative Gewerbewelten. Brands mit etablierten Marken im Rücken haben seiner Überzeugung nach gute Chancen, auch abflauende Marktphasen gut zu überstehen. „Zu diesen haben auch Entwickler und Endinvestoren mehr Vertrauen“, so Boell. Die nachhaltige Etablierung sieht er im sogenannten „hybriden Co-Working-Modell“. Dabei nehmen Corporates mit über 70 Prozent den relevanten Nutzeranteil ein.

Zu diesen gut abgesicherten Brands gehört zum Beispiel die junge Co-Working-Linie von Regus, namens „Spaces“. Im Juni eröffnet der erste Düsseldorfer „Spaces“ mit einem spektakulären Kunst-Event im Düsseldorfer Andreasquartier. Spaces verfügt auf einer Fläche von knapp 2.000 Quadratmetern über 337 Arbeitsplätze, vier Konferenzräume und über 50 verschiedene, wunderschön gestaltete Büros. Bei monatlichen Workshops, Seminaren und Veranstaltungen kann man unternehmerisch Gleichgesinnte treffen, netzwerken und inhaltlichen Austausch finden. „Spaces liefert eine inspirierende, qualitativ hochwertige Arbeitsplattform, in der sich Düsseldorfer Unternehmer vernetzen und dauerhafte Verbindungen herstellen können“, kündigt Spaces-Founder Martijn Roordink an.

Spaces autobahn immomag

Co-Working-Spaces erfüllen Ansprüche an Design und Wohlfühlen | Foto: Spaces

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