Miriam Beul und Alex Iwan über Immobilien, Rankings und Liebeskummer | Foto: Andreas Bretz

Schreibtischgespräche über Immobilientrends, Städte-Rankings und Liebeskummer

Redaktion Autobahn

Alex: Du schreibst doch eine Kolumne für die Immobilien-Edition des Top-Magazins.

Miriam: Ja, aber die schreiben wir doch zusammen, oder?

Alex: Was schreiben wir denn da?

Miriam: Weiß ich nicht. Geht das überhaupt zusammen?

Alex: Klar, wir sitzen doch am Schreibtisch, umzingelt von neuen Immobilientrends, die wir hier zum Besten geben können.

Miriam: Du meinst die Hybriditis?

Alex: Hä? Ist das ansteckend?

Miriam: Vielleicht. Es breitet sich jedenfalls aus.

Alex: Was denn jetzt genau?

Miriam: Dass man in Restaurants Klamotten shoppen kann, Büros wie Wohnzimmer aussehen. Alles dreht sich.

Alex: Find ich super. Gute Immobilienvermarktung reflektiert immer Trends. Und die besten sind derzeit getrieben sind von Ökologie, Gesundheit, Cross-Linking mit Communities und einer neuen hohen, baukulturellen Qualität.

Miriam: Manchen ist das unheimlich.

Alex: Wieso denn?

Miriam: Qualität kostet Geld und außerdem wollen die Nutzer permanent mitbestimmen.

Alex: Das ist doch genial. Dann kommen vielleicht bessere, gesündere Immobilien dabei heraus. Gerade Neubauten können sehr geplagte Patienten sein, die schlechte Grundrisswerte haben, Quadratmeterneurose oder Spekulationsfieber.

Miriam: Aber gerade gegen das Spekulationsfieber gibt es doch jetzt neue Rezepte.

Alex: Ja, wenn Du die Menschen fragst, antworten 45 Prozent, dass sie gerne auf dem Land leben würden. Das hat mich überrascht. Dich nicht?

Miriam: Klar, das würde ja heißen, dass doch weniger Leute in die Städte wollen und dann geht ja das Spekulationsfieber automatisch runter.

Alex: Das war aber nur eine Umfrage.

Miriam: Stimmt. Davon gibt es ja auch so viele wie Sand am Meer. Und erst diese ganzen Städterankings! Immer gewinnen Wien oder Vancouver.

Alex: Ja echt, bei der Roland Berger Smart-City-Studie schneidet Göttingen von allen deutschen Städten am besten ab – mir wird schlecht. In Göttingen hatte ich schlimmsten Liebeskummer.

Miriam: Also wenn es danach geht, landet bei mir Berlin auf dem letzten Platz. Da hab ich am meisten geheult.

Alex: Ich hab in Rosengarten geheiratet – noch Fragen?

Miriam: Sind wir hier plötzlich beim Liebeskummer-Städteranking?

Alex: Wieso? Das ist doch cool! Da muss man doch nur Spotify fragen, in welcher Stadt die traurigsten Songs runtergeladen werden.

Miriam: Ja, aber wo landet denn eigentlich Düsseldorf?

Alex: Auf Platz sechs.

Miriam: In welchen Kategorien?

Alex: Lebensqualität.

Miriam: Was das Gegenteil von Liebeskummer ist.

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