Klug gedacht: Ungenutzte Parkfläche wird Hotel | Foto: Konstantin Buhr

Innovative Nachverdichtung: Berliner Parkdeck wird zum modularen Hotel

Wiebke Mönning
Wiebke Mönning

Redakteurin

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Immer größer wird der Platzmangel in Großstädten – ob hierzulande oder im Ausland. Ideen für Neubauten gibt es genug, allerdings wenig räumliche Möglichkeiten, diese zu realisieren. Also müssen Immobilienentwickler auf die sogenannten Speckgürtel ausweichen oder um die Ecke denken. The Sky is the Limit…

In Berlin entsteht zurzeit ein zukunftsweisendes Projekt in Sachen Raumnutzung, konkreter in der Nachverdichtung in Großstädten: Auf dem obersten Parkdeck des Shopping-Centers Ring-Center 2 entsteht das weltweit erste modulare Hotel. Für die Realisierung des Hotelprojekts ist federführend das Berliner Start-up MQ Real Estate verantwortlich. Die Immobilie befindet sich zu zwei Dritteln im Eigentum eines geschlossenen Immobilien-Fonds der Deutschen Asset Management. Ebenso Partner des Projekts ist die ECE, die das Einkaufszentrum betreibt. Bereits im Herbst dieses Jahres soll die Fertigstellung erfolgen.

Nachhaltiges Bauen durch Nachverdichtung

Interessant ist dabei nicht nur die Geschwindigkeit, mit der das Projekt umgesetzt wird. Vielmehr besticht die Bauweise der neuen Immobilie durch ihren Pragmatismus und ihre Nachhaltigkeit. Das Konzept des 2014 gegründeten Hotelprojektentwicklers MQ Real Estate namens SKYPARK folgt dem Trend der urbanen Nachverdichtung und einer innovativen Stadtentwicklung. Dank einer hochstandardisierten Modulbauweise und unter konsequenter Verwendung von ökologischen Baustoffen werden die obersten Parkhausflächen in europäischen Großstädten revitalisiert.

Zitat mit Autobahn-Logo

„Wir setzen konsequent auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen und sparen mit unserer modularen Holzbauweise und der Nutzung ökologischer Dämmstoffe zudem große Mengen an CO2 ein.“

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Ein Markt, der Zukunft hat: Laut Bundesverband Parken e.V. sind viele Parkhäuser in Großstädten im Schnitt zu maximal 50 bis 60 Prozent ausgelastet. „Weltweit sind wir das erste Team, das sich konsequent auf die modulare Aufstockung von Bestandsgebäuden, insbesondere von Parkhäusern fokussiert hat“, so Dr. Nikolai Jäger, Gründer MQ Real Estate. „Wir setzen konsequent auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen und sparen mit unserer modularen Holzbauweise und der Nutzung ökologischer Dämmstoffe zudem große Mengen an CO2 ein“, ergänzt Björn Hiss, ebenfalls Gründer MQ Real Estate.

In die Höhe statt die Breite

Das oberste Deck des Einkaufszentrums im Osten Berlins ist eine solche nicht ausgelastete Fläche: Aus 151 nachhaltig gebauten SKYPARK-Modulen setzt sich – dem Baukastenprinzip entsprechend – so ein Hotel zusammen. Die vorproduzierten SKYPARK-Hotelzimmermodule bleiben dauerhaft mobil und können wieder abgebaut, versetzt bzw. in neue Nutzungskonzepte überführt werden. Dieses einzigartige Hotelkonzept spiegelt urbanen Zeitgeist wider. Rund 8.000 Quadratmeter umfasst die Parkfläche, die sich in nur wenigen Wochen in eine Hotelfläche verwandeln wird.

Beim SKYPARK-Projekt handelt es sich um das erste seiner Art. Doch das Immobilien-Start-up ist hochmotiviert: Mehr als zehn Projekte hat MQ Real Estate eigenen Angaben zufolge in der Pipeline. Etwa vier davon sollen noch 2018 und 2019 umgesetzt werden. Allein in Berlin können deutlich mehr als zehn Parkhäuser mit dem Modulprinzip revitalisiert werden – ein Trend, den MQ Real Estate-Gründer Dr. Nikolai Jäger auch über die Grenzen der Stadt hinaus sieht: „Carsharing und Fahrdienste wie Uber verstärken den Trend ungenutzter oberster Parkdecks. Brachliegende Flächen sind häufig die Folge. Mit unserem SKYPARK-Hotelkonzept verfolgen wir eine zukunftsorientierte Projektentwicklung durch die Nutzung vorhandener, bereits urbanisierter und infrastrukturell versorgter Gebiete. Die zunehmend steigenden Gästezahlen und Übernachtungen in den Metropolen Deutschlands bestätigen den stetigen Aufwärtstrend des Hotelmarktes.“   

Dabei hält auch die Nachhaltigkeit der Immobilie eine übergeordnete Bedeutung inne: Das gesamte Hotel wurde in nachhaltiger, energieeffizienter (KfW 55) Holz-Modulbauweise konzipiert und größtenteils in einem Werk in Deutschland vorgefertigt. Um diese Hotelzimmermodule nun auf die vorgesehene Fläche zu bringen, muss einer der größten in Deutschland verfügbaren Turmdrehkrane auf dem Bestandsgebäude aufgebaut werden.

Als Spezialistin für Multifunktionsimmobilien war die ECE sehr interessiert an den Plänen des jungen Start-ups. „Als Center-Betreiber schauen wir immer nach innovativen Angeboten und Services für unsere Besucher“, so Joanna Fisher, Managing Director Center Management bei der ECE. „Das ist ein tolles Beispiel für eine Nachverdichtung in einer gefragten Großstadtlage – die Hotelgäste werden uns darüber hinaus zusätzliche Frequenz im Center bringen.“

Skypark autobahn immomag immobilien

In Serie produzierte Zimmermodule | Foto: MQ Real Estate

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nachverdichtet, nachhaltig, niu

Aufgrund der Lage und des Konzepts war die NOVUM Hospitality sofort von diesem Projekt begeistert und wird mit der kürzlich eingeführten Millenial-Marke niu somit Betreiber des Hotels. „Unsere niu-Attribute nachhaltig, innovativ und urban decken sich 1:1 mit dem SKYPARK-Hotelkonzept“, erklärt David Etmenan, Chief Executive Officer & Owner der NOVUM Hospitality. Individuelle Gestaltung und ausgefallenes Mobiliar stehen gleichermaßen für die Marke wie die namensbildenden Attribute.

Vom Standort und Zeitgeist inspiriert steht das künftige Hotel unter dem Motto Ostalgie für Hipster. (Stereo-)Typisch Berlin: historischer Ostschick, sozialistischer Klassizismus, modernstes Design und inszeniertes Vintage – ein Magnet für die Generationen Y und Z. Doch im sogenannten niu Hide auf dem Ring Center sollen modisch-künstlerische Inspirationen, die Berlin als kreative und hippe Modestadt darstellen, den verrückten DDR-Look aus bunt gemusterten Tapeten und Retromöbeln ergänzen.

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niu kombiniert modern... | Foto: Konstantin Buhr

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... mit Ostalgie-Charme | Foto: Konstantin Buhr

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