Instagramer vermessen die Welt neu | Foto: Instagram/Portermcknight6

Erster „InstaWalk“ verknüpft realen und virtuellen Museumsbesuch

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Das Hessische Landesmuseum Darmstadt (HLMD) lud 15 Instagramer zu einem fotografischen Spaziergang ein. Die so entstandenen Fotos schaffen im digitalen Raum eine zusätzliche Ausstellungsfläche. Die Idee wäre auf andere, frequenzschwache Immobilienarten übertragbar.

Dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt ist eine kleine Sensation geglückt. Es weitete seine vor zwei Jahren begonnenen Instagram-Aktivitäten zum ersten „InstaWalk“ aus. Bei dem Event handelt es sich um einen photographischen Spaziergang, zu dem sich Instagramer verabreden. Gemeinsam wird die Umgebung mit der Kamera erkundet und die so entstandenen Fotos auf Instagram geteilt. „Der Spaziergang 2.0 bildet die Schnittstelle zwischen dem realen und dem digitalen Museumsbesuch. Er bietet er einen Perspektivwechsel, denn die Instagramer zeigen uns das Museum aus ihrem persönlichen Blickwinkel“, zeigte sich Eva-Maria König, wissenschaftliche Volontärin am Museum, von dem Projekt begeistert. Dr. Patrick Zell, ebenfalls Initiator des Walks, fügt hinzu: „Es entstanden wunderschöne Fotos ganz unterschiedlicher Art. Objekte und Architektur wurden aus bisher völlig unbekannten und spannenden Perspektiven aufgenommen! Ganz nebenbei haben auch wir neue Bereiche des Museums kennengelernt.“

Für den ersten InstaWalk im HLMD hatte das Museum für 15 Fotografen exklusiv vor der Hauptöffnungszeit seine Türen geöffnet, diese wurden zuvor unter zahlreichen Bewerben ausgelost. Die Führung durch das noch menschenleere Haus bot den Instagramern eine Fülle an Fotomotiven und spektakuläre Einblicke hinter die Kulissen. Ergebnisse des Projektes finden Sie unter #hlmd sowie unter #igdarmstadt.

Digitaler Raum als zusätzliche Ausstellungsfläche

Museen, die per se als Gehäuse der Dauer angelegt sind, stehen im Zeitalter der Digitalisierung vor neuen Herausforderungen, aber auch vor neuen Möglichkeiten, betonen die Initiatoren. Dies treffe im besonderen Maße für Soziale Medien wie Facebook, YouTube und Instagram zu. „Der digitale Raum kann als zusätzliche Ausstellungsfläche verstanden werden, ein Möglichkeitsraum!“, so Eva-Maria König.

Umgekehrt machen die virtuellen Showrooms auch auf die realen Ausstellungsflächen neugierig. Ein Effekt, der sich auf andere Flächen mit Frequenzproblemen übertragen ließe. So suchen etwa Deutschlands Einzelhändler und Shoppingcenter-Betreiber händeringend nach Möglichkeiten, den stationären Handel zu beleben, der mehr und mehr Anteile ans Internet verliert. Wäre ein „InstaWalk“ also auch eine spannende Aktion für Einkaufszentren? „Ja, auf jeden Fall“, sagt etwa Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Deutschland beim internationalen Immobilienberatungsunternehmen Savills. „Wenn das Centermanagement die Aktion genehmigt und alle Mieter zustimmen, könnte ich mir das sehr gut vorstellen. Die Verknüpfung von realem und digitalem Einkaufen bietet noch etliche Spielarten, die noch gar nicht ausgeschöpft sind“, so Krechky.

InstaWalk

Instagramer bei der Arbeit | Foto: Instagram/peterfg

InstaWalk

Beleuchtung in der Laaxer Stange | Foto: Instagram/mein_darmstadt

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