He's the Boss

Wuff, wuff: Der Fellfreund fürs Büro

Miriam Beul
Miriam Beul

Chefredaktion Autobahn-Immomag, Gründerin + Inhaberin der Textschwester Immobilienkommunikation GbR

Immobilieneigentümer und Assetmanager müssen mit besonderen Mieterwünschen umgehen. Der Bürohund kommt in Mode.

Hunde sind Seelenheiler – das wissen die Menschen seit der Antike. Ihre Nähe wirkt sich positiv auf den Menschen aus, verbessert Fitness und Wohlbefinden. Dass der wohltuende Effekt auch im Arbeitsalltag  nützlich sein kann, setzt sich erst allmählich durch. Dabei sprechen neuere Forschungsergebnisse eindeutig für mehr Wuscheln im Büro. Denn: Kollege Hund schützt auch vor der Volkskrankheit Burnout. Das fand die schwedische Forscherin Linda Handlin heraus. Sie wies nach, dass beim Streicheln eines Hundes das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird, wodurch das Stresshormon gesenkt wird.

Genau die richtige biochemische Reaktion vor einer Kunden-Präsentation oder einer Vorstandssitzung – findet auch Markus Beyer: „Hunde im Büro erhöhen das Engagement, die Motivation, die Loyalität, die Kreativität und das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeiter. Sie sind gut für die Menschen, die Unternehmen und die Hunde“, sagt der Gründer und Vorsitzende des Bundesverbandes Bürohund und Geringere Krankenstände und Recruiting-Vorteile nennt der Hundehalter und -trainer als weitere Argumente für den vierbeinigen Stimmungsaufheller.

Diese Vorteile macht sich eine Vielzahl von Unternehmen bereits zunutze. So dürfen etwa die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Europas größtem Händler für Heimtierbedarf Fressnapf ihren kleinen Liebling mit zur Arbeit bringen. Fressnapf-Chef Torsten Töller zählt in seiner Krefelder Zentrale über 70 Exemplare. „Auch das Miteinander der Tiere funktioniert super“, so Hundebesitzer Töller. Bei XING, Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien gibt es inzwischen mehr als 20 Bürohunde. Internetgigant Google hat sich Hundefreundlichkeit in die eigenen Statuten geschrieben – „We are a dog company“, so das Unternehmen.

Gassifläche Bürodach

Auch Amazon hat eine Hunderichtlinie für seine Mitarbeiter herausgegeben. Am Sitz in Seattle sind allein 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Bürohund gemeldet. „Die Richtlinie gilt sogar für Meetings“, weiß Ulrich Dischler. Der Immobilienexperte leitet beim deutschen Immobilienfondsanbieter Union Investment Real Estate das internationale Asset Management. Er weiß, was Gewerbemieter rund um den Globus gerade für hip und schick halten. In dieser Mission betreut Dischler auch den Büromieter Amazon. „Service und Lifestyle stehen bei unseren US-amerikanischen Mietern ganz weit oben. Daher sehen wir diese Märkte als Trendsetter für vieles, was woanders zeitversetzt auch Standard wird“, sagt Dischler. Der Bürohund zählt offenbar auch dazu. Jedenfalls musste Union Investment die Gebäude auch baulich an die Bedürfnisse der befellten Mitmieter anpassen: Aus einigen Dächern und Terrassen hat die deutsche Immobilienfondsgesellschaft auf Wunsch des Mieters Amazon Hundeauslaufflächen gemacht. Ob mehr Hunde auf Dauer auch gut für die Immobilien sind, wird wohl erst der nächste Mieterwechsel zeigen. Vielleicht wird aus der Hundewiese doch wieder ein ganz normales Sonnendach.

| |

Eine Antwort auf „Wuff, wuff: Der Fellfreund fürs Büro“

Kommentare sind geschlossen.

Mehr entdecken