Unter den Nominierten: SALA Ayutthaya hotel in Thailand | Foto: Wilson Tungthunya

Bildgewaltig: Diese 20 Bilder sind für die Arcaid Images Architectural Photography Awards 2017 nominiert

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Architektur ist eine geduldige Kunst. Bis die Idee Form angenommen, der letzte Strich – oder vielmehr Klick – der Pläne gezeichnet und das letzte Teil am Modell befestigt wurde, vergeht viel Zeit. Doch was darauf folgt, ist nicht etwa ein abgeschlossenes Kunstwerk, sondern eine Baustelle. Und es gibt noch so viel, was schiefgehen und die Pläne des Architekten über den Haufen werfen kann.  

Architektur in der Fotografie

Ist ein Gebäude allerdings fertiggestellt, hat es neben der eigentlichen Funktion – einem Wohn-, Arbeits- oder Freizeitort – noch einen weiteren Reiz. Wie die Architektur ist die Fotografie ursprünglich eine statische Kunst. Es ist aber gerade diese Schnittstelle, in der Fotografen mit dem richtigen Blick fantastische Werke einfangen. Denn Beton, Holz oder Glas – ob massiv oder luftig verbaut – bilden starke und sehr abwechslungsreiche Strukturen. „Statt nur über die Existenz solcher Orte zu informieren, gehen die besten Bilder weiter. Sie verlocken den Betrachter dazu, mehr über Gebäude, Stadt, und Landschaft erfahren zu wollen. Vielleicht sogar einen Flug buchen und den Ort besuchen zu wollen“, sagt Jurymitglied John Hill, Herausgeber des eMagazins World-Architects. „Dieses Gefühl ergriff mich bei mehr als einem Bild.“

Bei den Arcaid Images Architectural Photography Awards werden einmal im Jahr Fotografen ausgezeichnet, die die strukturelle Schönheit der Architektur in einer besonderen Bildsprache erfassen. Die Bilder sind in vier Kategorien unterteilt: Exterior, Buildings in Use, Interior, und Sense of Place. Die Arcaid Awards stellen das Können der spezialisierten Fotografen in den Mittelpunkt. Mit ihrem treffsicheren Gespür übersetzen sie die Raffinesse der Architektur in eine lesbare und verständliche Zweidimensionalität. So zeigen sie Charakter, Details und Umgebung eines Projekts in nur einem gefangenen Augenblick. „Mehr als nur die Ästhetik verschiedener Architektur und Räume einzufangen, erzählen die nominierten Bilder eine Geschichte über die bedeutungsvoll gebauten Räume“, sagt einer der renommierten Juroren Andrew Chen, AIA, NCARB, Cendes Design Studio. Auch jemand, der Immobilien überwiegend aus kaufmännischer Perspektive kennt oder gar nicht wahrnimmt, bekommt so ein vollkommen neues Gespür für gebaute Schönheit.

Zitat mit Autobahn-Logo

„Mehr als nur die Ästhetik verschiedener Architektur und Räume einzufangen, erzählen die nominierten Bilder eine Geschichte über die bedeutungsvoll gebauten Räume.“

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Die Welt der Architektur-Fotografie

Nominiert für den diesjährigen Preis sind unter anderem Terrence Zhang, Yao Li und Conchi Martínez. Sie zählen zu den zwanzig Fotografen, die mit ihrem Werk Chancen auf einen Arcaid Preis haben. Eine gute Aussicht, den Preis zu gewinnen, hat der in Shanghai lebende Terrence Zhang, denn sein Name ist am häufigsten unter den nominierten Bildern zu lesen. Seine Bilder zeigen eine Ansicht des chinesischen Folk Art Museum vom japanischen Architekten Kengo Kuma und zwei Aufnahmen die Sporthalle beziehungsweise das Schwimmbad des New Campus of Tianhin University, vom chinesischen Architekten Li Xinggang. Er und seine Mitstreiter verstehen es mit ihrem spezialisierten Blick, Immobilien zu finden und zu inszenieren, wie man sie bisher selten gesehen hat.

Überhaupt sind die abgebildeten Gebäude in ihren divergenten Stilen über den ganzen Globus verteilt. So finden sich auch eine Kapelle mit geschwungenen Dächern bei Kapstadt, ein Holzleuchtturm des Burning Man Festivals in der Nevada-Wüste und eine Radrennbahn im Vereinten Königreich unter den zwanzig Favoriten der Jury.

Verliehen wurde der Arcaid Preis am 17. November in Berlin im Rahmen des World Architecture Festival. Besucher des Festivals konnten vor Ort die nominierten Bilder begutachten und für ihren Favoriten abstimmen. Der Chinese Terrence Zhang konnte die Jury mit seinem Bild des Schwimmbads au dem New Campus der Tianjin University überzeugen und gewann den diesjährigen Architectural Photography Award. Der Peis ist mit 3.000 € dotiert – doch weitaus wichtiger dürfte ihm und vielen der nominierten Fotografen die Möglichkeit sein, dass ihr Bild in gleich mehreren Ausstellungen ein großes Publikum erreicht. Denn nicht allein dem Bild des Preisträgers wird diese Ehre zuteil: Alle nominierten Bilder werden vom 15. November bis 15. Dezember auf der Image+Space im chinesischen Beijing ausgestellt. Im Anschluss daran folgt im Februar 2018 die Ausstellung in der Sto Werkstatt, dem kulturellen Hauptquartier der Sto Gruppe in London.

 

Terrence Zhang

Das Gewinnerbild: Schwimmbad New Campus of Tianhin University by Atelier Li Xinggang | Foto: Terrence Zhang

Museum of Pop Culture by Frank Gehry | Foto: Conchi Martínez

Museum of Pop Culture by Frank Gehry | Foto: Conchi Martínez

Dongzhuang Museum of the Western Regions by Xinjiang Wind Architectural Design | Foto: Yao Li

Dongzhuang Museum of the Western Regions by Xinjiang Wind Architectural Design | Foto: Yao Li

Kapelle bei Kappstadt by Steyn Studio | Foto: Adam Letch

Kapelle bei Kappstadt by Steyn Studio | Foto: Adam Letch

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