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Mieses Immätsch: Immobilienmakler in der Pop-Kultur

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Kinder lernen von klein auf, dass Menschen aus dem Immobilienbusiness Gangster sind. Die zuständigen Verbände unternehmen zu wenig für einen besseren Ruf und die Attraktivität von Immobilienberufen.

Wer kennt sie nicht, Die Drei ???, jene amerikanischen Kinderdetektive, die ihre ersten Fälle mit Hilfe von Alfred Hitchcock lösten? Der verschwand zwar mit Ableben des echten Hollywood-Regisseurs schon in den 1980er Jahren auch aus den Büchern, Hörspielen und Serien. Doch im Gedächtnis der frühen Drei ??? Fans ist der Krimi-Altmeister bis heute nicht verschwunden. Im Gegenteil, die Geschichten leben weiter. Seit 1999 gibt es sogar eine Buch-Version für den Nachwuchs, Drei ??? Junior, die seit 2009 auch in einer Hörspielfassung in die deutschen Kinderzimmer dröhnt. In den 63 Büchern und Specials sowie 51 CDs erfahren junge Krimifans ab 6, wie man Halunken im kalifornischen Rocky Beach das Handwerk legt.

Stereotyp eines Berufsbildes: Der Immobilienmakler

In einer Folge rund um Justus, Peter und Bob geht es um einen kleinen Privat-Zoo, der unter der Leitung eines ausrangierten Seemanns ums Überleben kämpfen muss. Und dann kommt es richtig Dicke: Plötzlich werden die Tiere krank, fallen Attacken zum Opfer, drehen durch. Die Drei ??? kommen dem Spuk natürlich auf die Schliche. Und? Wer war der Übeltäter? Ein Raubtier! Der Immobilienhai! Skrupellos und mit krimineller Energie hinter dem Zoogrundstück her. Erst unschuldige Tiere kaltstellen, dann den mittellosen Zoodirektor einschüchtern, das Grundstück einsacken und damit das dicke Immobiliengeschäft aufziehen! Typisch! So sind sie! Die Grundstückspekulanten dieser Erde! Bösewichte! Richtig also, wenn Mama und Papa in Berlins Rigaer Straße gegen solche Gangster Flaschen werfen!

Richtig? Auf die positiven Helden aus der (Profi-)Immobilien-Welt warten unsere Kinder noch – bisher vergeblich.

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